So, 22. Oktober 2017

"Größere Mengen"

05.05.2010 19:12

Ölteppich auf der Donau wegen defektem Schiff

Auf der Donau im Bezirk Tulln haben sich in der Nacht auf Mittwoch dramatische Szenen abgespielt, die ein wenig an das Ölunglück im Golf von Mexiko erinnern: Durch einen Defekt ist aus einem Ausflugsschiff Diesel ausgetreten. Laut Feuerwehr bildete sich ein etwa acht Kilometer langer und 20 bis 30 Meter breiter Ölfilm an der rechten Stromseite. Zur Erkundung der Lage war auch ein Hubschrauber des Innenministeriums aufgestiegen.

Laut Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Thallauer war der Zwischenfall am Dienstag gegen 23 Uhr bemerkt worden. Der Wirt eines Gasthauses an der Donau in St. Andrä-Wördern habe Anzeige erstattet. Den Erhebungen zufolge war auf dem Ausflugsschiff, das unter Schweizer Flagge unterwegs war, Diesel vom Haupt- in den Tagestank umgepumpt worden. Dabei gebe es eine Überfüllsicherung, die jedoch offensichtlich defekt gewesen sei, erläuterte der Feuerwehrmann.

Der Kapitän der "Fidelio" habe davon nichts bemerkt, daher sei weitergepumpt worden und der Treibstoff ausgetreten. Die Feuerwehr sprach davon, dass es um eine "größere Menge" Diesel gehandelt habe, die ausgetreten sei. Wie viel genau, sei jedoch noch unklar.

Schiffahrt vorübergehend gesperrt
Die Schifffahrt auf der Donau wurde wegen der Ölbekämpfung im Abschnitt Greifenstein - Wien-Freudenau bis 15.45 Uhr gesperrt. Bis zum Nachmittag wurden sämtliche Zuflüsse und Seitenarme der Donau im Bezirk Wien-Umgebung derart geschlossen, teilte die Landeswarnzentrale mit. Die Ölsperren werden noch zwei, drei Tage liegen bleiben, von Wien aus werde die Situation noch weiter beobachtet, hieß es seitens des Landesfeuerkommandos. Elf Feuerwehren rückten für den Einsatz mit über 170 Mann aus, Unterstützung bekamen sie laut Landeskommando auch von der Wiener Berufsfeuerwehr.

Ölsperren errichtet, Uferbereiche werden gereinigt
Zur Sicherung von Trinkwasserbrunnen wurde beim Durchstich in Kritzendorf in der Gemeinde Klosterneuburg eine Ölsperre errichtet und später auch noch verstärkt. Die Reinigung von Uferbereichen wurde von den Helfern ebenfalls in Angriff genommen. Angeblich bestehe keine Gefahr für die Umwelt. Für eine genaue Lagebeurteilung auf der Donau war am Mittwochvormittag auch ein Hubschrauber des Innenministeriums im Einsatz.

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