Mo, 20. November 2017

Harsche Worte

30.04.2010 14:12

Apple-Chef Steve Jobs zieht erneut über Adobe her

Apple-Chef Steve Jobs hat den schon seit längerem schwelenden Zwist mit dem Softwarehersteller Adobe weiter angeheizt. In einem Schreiben auf der Firmen-Website erklärt Jobs mit ungewöhnlich harschen Worten, warum Apple bei seinen mobilen Geräten iPhone, iPod und iPad auf die weit verbreitete Flash-Software von Adobe verzichtet. Adobe wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, sich künftig verstärkt auf andere Gerätehersteller zu konzentrieren.

Jobs übt in seinem "Thoughts on Flash" genannten Beitrag (siehe Infobox) heftige Kritik: Die Software sei veraltet, sicherheitsanfällig, batterieraubend und generell für Geräte mit Touchscreen ungeeignet. Zudem greife Apple bei den mobilen Geräten nicht auf Flash zurück, um zu verhindern, dass seine Entwickler auf externe Produkte und Firmen angewiesen sind. Flash ist die derzeit am weitesten verbreitete Software zur Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte - nur nicht auf iPhone, iPod und iPad, weswegen Apple zuletzt häufig kritisiert worden war.

Jobs entgegnet, dass beinahe alle Flash-Videos im Internet auch im Darstellungsformat H.264 verfügbar und dadurch auf Apple-Geräten zugänglich seien. Die größte Video-Plattform im Web, YouTube, werde beispielsweise komplett auf iPhone oder iPad dargestellt. Daneben wirft Jobs Adobe große Sicherheitslücken vor: "Wir wissen aus erster Hand, dass der Hauptgrund für abgestürzte Mac-Computer Flash ist." Trotz gemeinsamer Anstrengungen seien die Probleme über Jahre geblieben.

Adobe bezeichnet Vorwürfe als "Vorwand"
Adobe-Chef Shantanu Narayen bezeichnete die technischen Vorwürfe in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (WSJ) als "Vorwand". Das Verhalten von Apple und Firmenchef Jobs zeige, "wie besorgt sie sind", dass auch Adobe Produkte anbieten werde, welche die gesamte Palette - Computer, Handys, Tablet-PC und Fernsehen - abdecken.

Dass Apples Mac-Computer mit Flash abstürzen, "hat ebenso viel mit dem Apple-Betriebssystem zu tun", sagte Narayen. Den Vorwurf, die Akku-Laufzeiten mit Flash seien nur halb so lang wie mit anderer Software, bezeichnete der Adobe-Chef als "offensichtlich falsch" - Tests hätten das Gegenteil gezeigt.

Und Adobes Chef-Techniker Kevin Lynch teilte in einem Firmen-Blog mit: "Wir haben bereits entschieden, unseren Fokus nicht mehr auf Apple zu richten." Andere Anbieter wie Google, RIM, Palm, Microsoft oder Nokia sollen nun verstärkt mit Adobe-Produkten ausgestattet werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden