Di, 21. November 2017

Nächste Medaille

22.04.2010 18:33

Ludwig Paischer holt Silber bei Judo-EM in Wien

Österreichs Paradekämpfer Ludwig Paischer hat am Donnerstag bei der Judo-Europameisterschaft im Wiener Dusika-Stadion die Silbermedaille geholt. Es war dies seine zehnte Medaille bei Großereignissen in der allgemeinen Klasse. Sein großes Karriereziel ist nach wie vor ein WM-Titel oder Olympiagold.

Der 28-jährige Straßwalcher verlor am Donnerstag im Finale gegen den Franzosen Sofiane Milous mit Ippon und verpasste damit sein drittes EM-Gold nach 2004 und 2008. "Wenn man im Finale steht, will man gewinnen", seufzte der Salzburger danach. Er habe im Kampf gegen den Franzosen "keine wirkliche Lösung gefunden. Er war extrem stark und hat meinen Griff sehr gut verhindert."

"Stolz" über Medaillensammlung
Die Enttäuschung über die Finalniederlage hielt sich dennoch in Grenzen. Paiser verweis auf seine große Medaillensammlung, die ihn "stolz" mache. Tatsächlich ist der gebürtige Oberndorfer der Erfolgsgarant im österreichischen Judoteam.

In der Form seines Lebens befand sich Paischer bei den Sommerspielen 2008 in Peking, als er sich nur dem Südkoreaner Cho Min Ho geschlagen geben musste und Silber gewann. Und das vier Jahre nach der bittersten Erfahrung auf der Matte, die er bisher zu verkraften hatte. Bei seinem Olympia-Debüt 2004 in Athen hatte Paischer als Europameister und einer der Topfavoriten des olympischen Turniers in der ersten Runde ebenfalls gegen Cho Min Ho verloren.

Paischer hat sich von diesem Tiefschlag aber nicht beirren lassen. "Es war die erste große Niederlage für mich. Ich weiß, was Hochs und Tief sind", sagte Paischer damals. 2005 folgte WM-Silber in Kairo, 2006 EM-Bronze in Tampere und 2007 WM-Bronze in Rio des Janeiro. Mit EM-Gold in Lissabon im April 2008 gelang dem Blondschopf mit dem Spitznamen "Lupo" der erste große Coup mit seinem neuen Trainer Udo Quellmalz. Dann folgten besagtes Olympia-Silber 2008 und EM-Bronze in Tiflis 2009. Aber auch das bittere Ausscheiden bei der WM im vergangenen Jahr in Rotterdam im ersten Kampf...

"Tue immer mehr als ich muss"
Das Energiebündel aus Salzburg ("Ich muss mich immer bewegen. Ich tue immer mehr als ich muss") hat mit Analyse und der mentalen Auseinandersetzung diese Niederlage rasch weggesteckt, wurde dann aber durch den Internationalen Judoverband (JJF) mit einer Regeländerung konfrontiert, die ebenfalls großen Einsatz erforderte. Er darf seinen "Kata Guruma" nicht mehr wie gewünscht ausführen, weil Beingreifer verboten worden sind. In Wien bewies nun der Gewinner von zwei WM- und sieben EM-Medaillen, dass er auch ohne Beingreifer über ein schlagkräftiges Repertoire verfügt.

Paischer hat übrigens früh Gefallen am Judosport gefunden, seine Mutter Agnes kämpfte auf nationaler Ebene. Allerdings erlaubten die Eltern dem Knirps wegen seiner Größe und dem Gewicht erst mit sechs Jahren, mit dem Training zu beginnen. Talent hatte er auch für Fußball, doch musste er sich entscheiden - eine Entscheidung, die ihm leicht fiel und die er nie bereute.

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