Di, 12. Dezember 2017

Wie ein Kaktus…

30.04.2010 11:24

Guter Draht trotz Pubertät - so geht's

Viele Eltern würden einiges geben, wenn sie ihnen erspart bliebe: Die Pubertät kann aus einem bisher zugänglichen, wohlerzogenen, liebenswerten Kind von einem Tag auf den nächsten einen aggressiven, zurückgezogenen, empfindlichen Kaktus machen, zu dem man keinen Draht mehr findet. Wie du dieser Entwicklung vorbeugen kannst, erfährst du hier.

Die Pubertät ist jener Lebensabschnitt, in dem dein Kind zu einem Teenager wird. Es versucht, sich selbst zu finden, entfaltet seine eigenständige Persönlichkeit und beginnt, sich von den Eltern loszulösen. Dieser Prozess kann mitunter recht schmerzhaft vonstatten gehen, wenn das Kind sich vom bisherigen Wertesystem abwendet und alles verteufelt, was die Eltern bisher für es getan haben. Nicht selten ziehen sich die Kinder in dieser Zeit sehr zurück, geben nichts mehr von sich preis, wirken oft bedrückt oder gar zornig. Auseinandersetzungen stehen an der Tagesordnung, wahre Machtkämpfe können sich entfalten.

Doch so unangenehm diese Zeit für die Eltern auch ist, muss man sich doch vor Augen halten, dass sie ein normaler Prozess des Erwachsenwerdens ist. Würde dein Kind diese Phase nicht durchlaufen, hätte es in seinem späteren Leben Probleme mit seinem Selbstbewusstsein, seiner Konfliktfähigkeit und auch Beziehungsfähigkeit. Doch die Pubertät muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass du den Draht zu deinem Kind vollständig verlierst.

Zunächst ist bereits vor dem kritischen Alter ab ca. 12 Jahren wichtig, dass du eine gute Beziehung zu deinem Kind aufgebaut hast. Dein Kind spürt, wenn es geliebt und akzeptiert wird. Habt ihr immer schon viel gemeinsam unternommen und weiß dein Kind, dass es mit allen Problemen zu dir kommen kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es das auch weiterhin tun wird.

Gesprächsbereitschaft signalisieren
Für dein Kind werden nun seine Freunde wichtiger als die Eltern. Das musst du akzeptieren, besonders, zumal das auch gar nicht böse gemeint ist. Gleichaltrige verstehen meist einfach besser, wie man sich fühlt, wenn der Schwarm nichts von einem wissen will oder alle Welt einfach nur ungerecht ist. Dennoch solltest du deinem Kind zu verstehen geben, dass du für es da bist. Frage es, wie es ihm geht, aber ohne zu aufdringlich zu sein oder gar einen Vorwurf zu machen. Denn beginnst du mit „Von dir erfährt man ja gar nichts mehr…“ kannst du davon ausgehen, dass diese Tür verschlossen bleibt. Solange dein Kind das Gefühl hat, es darf erzählen, wird es das auch tun. Gemeinsame Fernsehabende oder Einkaufsbummel sind oft Gelegenheiten, bei denen dein Kind von sich aus zu reden beginnt oder sich einfach gesprächiger zeigt.

Verständnis zeigen
Erzählt dir dein Kind etwas von sich, dann solltest du nicht über diese Erlebnisse urteilen, sondern Verständnis zum Ausdruck bringen. Ist deine 14jährige Tochter gerade unglücklich verliebt, bringt es herzlich wenig, wenn du ihr sagst, dass sie für derartige Sachen ohnehin noch zu jung ist. Damit verbaust du dir jegliche Chance für die Zukunft, dass sich dein Kind dir wieder anvertraut. Berichte von deinen Erfahrungen, tröste und bringe Vorschläge ein, wie sich dein Kind richtig verhalten kann. Schließlich braucht es gerade in dieser Zeit auch Orientierung. Vermittelst du ihm ausreichend Sicherheit, dann wird es sich bei dir weiterhin wohlfühlen.

Freunde akzeptieren
Lasse es ruhig zu, dass dein Kind seine Freunde mit nach Hause bringt. So lernst du diese kennen und kannst dir einen Eindruck bilden. Denn wenn du seine Freunde kennst, kannst du auch ganz anders damit umgehen, wenn dein Kind auch mal abends fortgehen will. Hast du Bedenken hinsichtlich des Umgangs, dann solltest du diese auch zum Ausdruck bringen und bei deinem Kind ansprechen. Finde heraus, was es an dieser Gruppe so toll findet und versuche, seinen Umgang durch andere Hobbys zu verbessern. Ein Klassiker ist die Tanzschule, die für viele 14- und 15-Jährige eine tolle Erfahrung und zugleich eine Möglichkeit ist, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen. Bezahlst du den Unterricht, machst du dich sicher beliebt.

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