Sa, 25. November 2017

Aus alt mach neu

20.04.2010 09:59

Heer investiert 63 Millionen in Upgrade für Hubschrauber

Das Bundesheer rüstet trotz Sparbudgets seine in Hörsching bei Linz stationierte Hubschrauberflotte auf. Und zwar frei nach der Devise "Aus alt mach neu": Verteidigungsminister Norbert Darabos kündigte am Montag in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien diesbezüglich eine Großinvestition in die Transporter-Flotte "Agusta Bell 212" an. Die Modernisierung wird 63 Millionen Euro kosten und soll die Hubschrauber für weitere 25 Jahre einsatzfähig machen.

Die Investition zeige, dass Schritt für Schritt in die Ausrüstung der Truppe und damit in den Schutz der Soldatinnen und Soldaten investiert werde, so der Minister. "Wir sparen intelligent", fügte Darabos hinzu. Dass die alten Hubschrauber aufgerüstet werden und keine neuen gekauft werden, begründete er damit, dass ein Neukauf 400 Millionen Euro gekostet hätte, die Leistungsfähigkeit bzw. die Leistung in Bezug auf die Anforderungen aber gleich wäre.

Das sogenannten "Midlife-Upgrade" umfasst eine Erneuerung der elektronischen Geräte an Bord und der Nachtsicht- und Selbstschutzfähigkeit. Die Transport-Helikopter werden für Katastropheneinsätze sowie für Hilfseinsätze im Ausland verwendet. Darabos sprach von der größten Investition seiner Amtszeit. Das Verteidigungsministerium investiere trotz der "schmerzlichen" Konsolidierung in die Truppe.

Erneuerung binnen vier Jahren - mit Gegengeschäften
Die Modernisierung wird im Juni 2010 beginnen und innerhalb von vier Jahren abgeschlossen sein. Dabei werden maximal sechs Hubschrauber gleichzeitig bei der Firma Agusta nahe bei Rom sein, so dass die Flottenfähigkeit weiterhin verfügbar bleibt. Mit der italienischen Firma Agusta wurde ein Gegengeschäftsvolumen von 50 Prozent des Vertragswertes auf zehn Jahre vereinbart.

Die AB212-Flotte besteht aus 23 Hubschraubern und 50 Piloten. Sie ist in Linz/Hörsching stationiert. Bisher wurden insgesamt 115.000 Flugstunden absolviert. Bei der Verlängerung der Einsatzfähigkeit um 25 Jahre geht man von weiteren 100.000 Flugstunden aus.

Dauergerangel um Einsatzfähigkeit
Das Bundesheer war in den letzten Monaten wiederholt wegen Gerüchten über dramatische Einsparungen in den Schlagzeilen gestanden. Unter anderem müsse der Fuhrpark drastisch reduziert werden, heißt es. Auch soll es neue Limits beim kostspieligen Einsatz von schwerem Gerät zu Übungszwecken geben. Zusammen mit den desolaten Kasernen stellen dem Kritiker die teuren Eurofighter und den Assistenzeinsatz in den östlichen Grenzregionen gegenüber.

Ein Budget von über zwei Milliarden Euro für das Heer sei "nicht wenig", in Zeiten wo der Kalte Krieg vorbei ist, meinte Darabos unlängst, als er gegen die Behauptung, das Heer sei nicht ausreichend einsatzfähig, zu Felde zog. Auch betonte Darabos damals: "Mit Beschaffungen ist nicht Schluss. Wir haben ein Investitionskonzept." Der Generalstab sei damit beauftragt, Vorschläge für Einsparungen zu machen. Diese werde er aber nicht vorab in der Öffentlichkeit diskutieren. Ende April sollen Maßnahmen präsentiert werden, kündigte der Minister Anfang des Monats an.

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