Di, 12. Dezember 2017

Vulkanasche

19.04.2010 08:15

Seit 5 Uhr früh wird in Schwechat wieder geflogen

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist Montag früh nach der seit Freitagabend gültigen Luftraumsperre wegen der Vulkanasche-Wolke der Betrieb wieder angelaufen. Noch vor 6 Uhr hat es den ersten Start einer Maschine gegeben. Nach wie vor sind freilich zahlreiche Ausfälle zu verzeichnen.

Die Flugpläne würden schrittweise anlaufen, sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann in der Früh. "Wir hoffen gemeinsam mit den Airlines, möglichst rasch wieder zu einem geregelten Betrieb zu kommen."

Während das Passagieraufkommen in der Früh für einen Werktag zu Wochenbeginn gering war, nahm der Betrieb am Vormittag deutlich zu. Weil eine "zweite Welle", insbesondere von AUA-Kursen, vornehmlich nach Süden und Osten führte, gab es kaum Ausfälle. "Wir hoffen, 90 Prozent dieser Flüge rauszubringen", so Hehemann.

"Auf die neue Situation rasch reagiert"
Im Terminal 1 hat die AUA eigene Schalter für Warteliste-Annahme bzw. -Abfertigung eingerichtet. Es handelte sich dabei um ein Service für in den vergangenen Tagen wegen der Vulkanasche-Wolke "gestrandete" Passagiere.

Noch im Laufe des Tages sollten laut Hehemann auch wieder AUA-Langstreckenflüge durchgeführt werden. Geplant sind Peking um 15.15 Uhr (vorverlegt von 20.15 Uhr) und Bangkok (regulär am späten Abend). Aus Delhi und Toronto würden am Dienstag Langstreckenflüge zurückerwartet.

Nach der Kritik vom Wochenende gab es am Montag seitens der AUA nunmehr Lob für und Dank an die Behörden, die "auf die neue Situation rasch reagiert und den Luftraum geöffnet haben". Das habe eine "Vorreiterrolle in Europa" bedeutet, betonte Hehemann.

Niki Lauda: "Ein Skandal"
Bereits am Sonntagnachmittag hatten sich Flyniki-Chef Niki Lauda und die Austrian Airlines nach erfolgreichen Testflügen für die Aufhebung der Flugraum-Sperre stark gemacht. "Es war für mich der schönste Flug, blauer Himmel, ich verstehe das alles nicht." Das waren die ersten Worte von Lauda unmittelbar nach der Landung des Airbus A320 in Salzburg. Der Testflug sei ohne Probleme verlaufen: "Es passiert nichts." Lauda erneuerte seine Kritik vom Samstag: Dass ohne Fakten der gesamte Luftraum gesperrt wird, nur weil ein Vulkan auf Island ausbricht, sei "ein Skandal".

Nach einer Boroskopie der Triebwerke unmittelbar im Anschluss an die Rückkehr nach Wien seien keinerlei Schäden festgestellt worden, so Lauda. "Das Verhängen einer totalen Luftraumsperre ohne Fakten und Messungen war die größte Fehlentscheidung der Europäischen Luftfahrtbehörden", hielt er außerdem fest.

AUA-Testflüge "völlig unproblematisch"
Als "technisch völlig unproblematisch" haben die Vorstandsdirektoren Peter Malanik und Andreas Bierwirth die Überstellungsflüge der Austrian Airlines von Graz nach Wien bezeichnet. Die AUA war mit einem A320 nach Graz und anschließend gleich wieder mit ebendiesem Airbus, aber auch mit zwei Boeing 737 zurück nach Wien geflogen.

Die Triebwerke wurden unmittelbar nach der Ankunft in Wien von Technikern boroskopiert. Bei dem Airbus habe es nach der Landung in Graz "nicht den Hauch einer sichtbaren Belastung" gegeben, sagte Bierwirth. Er vertrat ebenso wie sein Kollege Malanik die Ansicht, "dass Fliegerei möglich ist".

Bierwirth betonte, dass es keine Erkenntnisse gebe, wonach Vulkanasche die Luftfahrt ernsthaft gefährde. Es lägen allein theoretische Rechenmodelle vor. Auch hätten sowohl Überstellungsflüge der Lufthansa am Samstag als auch jene der AUA am Sonntag "keinerlei Beschädigungen" an den Maschinen und Triebwerken ergeben. Die Luftraumsperren seien eine Farce.

Vorerst keine Entwarnung
Unterdessen bleibt die erhoffte meteorologische Entwarnung aus Island vorerst aus. Meteorologen und Vulkanologen in Reykjavik erklärten am Samstag übereinstimmend, dass der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjallajökull weiter riesige Mengen Dampf und Asche in die Atmosphäre stößt und Änderungen nicht in Sicht sind. Das werde "sicher noch Tage, vielleicht aber auch Wochen oder Monate so weitergehen". Der Wind in höheren Lagen treibt die Wolke weiter auf den europäischen Kontinent in südlicher Richtung zu.

Im Fall der Streichung von Verbindungen können Passagiere laut dem Verein für Konsumenteninformation wahlweise die Erstattung des Flugpreises binnen sieben Tagen oder anderweitige Beförderung zum Endziel zum frühestmöglichen Zeitpunkt verlangen. Was betroffenen Passagieren außerdem zusteht, findest du in der Infobox.

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