So, 19. November 2017

Evangelos hofft

17.04.2010 10:32

Scheitert Rückführung nach Prozess in Naxos?

Emotionsgeladen ist am Freitag vor dem Gericht in Naxos um das Schicksal von Abschiebekind Evangelos (3) aus Leonding gerungen worden. Ein schriftliches Urteil ist aber erst in einem Monat zu erwarten. Dennoch darf der Bub hoffen: Eine "Rückführung" könnte scheitern, weil es in Griechenland keine Jugendwohlfahrt gibt.

"Die Anwältin des Kindesvaters agierte wie ein Tornado – lautstark und mit scharfem Ton", berichtet Familienrechtsexperte Günter Tews von der Verhandlung, die mit einstündiger Verspätung im 9-Quadratmeter-Zimmer der jungen Richterin stattfand.

"Aber sie war sehr korrekt und professionell", ergänzt Grünen-Vize-Bundeschefin Maria Vassilakou, die als Zeugin für den kleinen Buben aus Leonding aussagte: "Die Richterin wollte vor allem wissen, ob es Evangelos in Österreich gut geht."

Vater ohne Kommentar
Obwohl Nikolaos Mainas, der griechische Vater von Evangelos, nicht gesprächsbereit war und sofort nach der Verhandlung wegging, konnte ihm Vassilakou noch Fotos seines Sohnes übergeben und mit zwei seiner besten Freunde sprechen. "Ihre Sprachkenntnisse und ihr professionelles Konfliktmanagement waren dabei äußerst hilfreich", so Tews über die Grün-Politikerin.

Ein Urteil wird, so Konstantin Kontopidis, der griechische Anwalt der Mutter des Dreijährigen, erst in etwa einem Monat vorliegen. Das könnte sich mit dem Vollstreckungsbescheid des Bezirksgerichtes Linz, Evangelos laut OGH-Beschluss nach Griechenland rückzuführen, überschneiden.

Bürokratie bietet Aufschub
Wie berichtet, bekam die Mutter da eine sechswöchige Frist. Doch Maria Vassilakou ist auch hier optimistisch: "Eine Jugendwohlfahrt wie in Österreich gibt es in Griechenland gar nicht. Bis man da jemanden findet, der zuständig ist, können noch viele Monate vergehen". Jetzt wäre es gut, eine Besuchsregelung für den Vater zu finden, damit er Evangelos kennenlernen kann.

von Johann Haginger, "OÖ Krone" und ooe.krone.at


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