Do, 23. November 2017

235.000 Euro geraubt

14.04.2010 12:41

Angeklagter packt vor Gericht aus und nennt Hintermänner

Der Prozess gegen einen Rumänen, der sich im Mai 2009 in der Stadt Salzburg als gehbehinderter Bettler ausgegeben und dann einem Pensionisten 234.600 Euro Bargeld entrissen haben soll, ist am Mittwoch erneut vertagt worden. Der Grund: Der 21-Jährige, der sich bisher verwirrt gezeigt hatte, erklärte, er sei von einem Kriminellen zum Stehlen gezwungen worden. Er nannte auch den Namen des rumänischen Drahtziehers. Er soll nun ausgeforscht werden.

Der Beschuldigte wollte zuerst offenbar als geisteskrank erscheinen, was aber laut einem neurologischen Gutachten nicht der Fall ist. In den ersten beiden Verhandlungen beantwortete er die Fragen des Gerichts mit "ja, ja" oder "weiß nicht".

Doch am Mittwoch begann der 21-Jährige zu erzählen und stellte sich dabei selbst als Opfer dar. Er sei von einem Hintermann zu der Tat angestiftet worden. Dieser habe mehrmals Bettler mit einem Bus zum Stehlen ins Land gebracht und soll führendes Mitglied eines kriminellen Bettlerringes sein, schilderte er der vorsitzenden Richterin Karoline Edtstadler.

Strafe könnte sich erhöhen
Sollte sich der Angeklagte durch dieses plötzliche Geständnis eine mildere Strafe erhoffen, könnte dieser Schuss nach hinten losgehen: Denn als Mitglied einer kriminellen Vereinigung erhöht sich der Strafrahmen von bisher ein bis zehn Jahren Haft (Raub) auf fünf bis 15 Jahre Haft (schwerer Raub).

Existenz zerstört
Besonders tragisch ist, dass sich der 74-jährige Pensionist nach dem Vorfall "aus Verdruss" das Leben genommen hat, wie Angehörige berichteten. Der Mann hatte am 6. Mai von seiner Hausbank die 234.600 Euro für eine Investition in der Familie abgehoben. Als der Pensionist mit dem Bargeld in der Tasche zum Auto ging, näherte sich der auf Krücken gestützte Rumäne und bettelte um Geld.

Verdächtiger in Rumänien gefasst
Der Pensionist schob ihn zur Seite und stieg ein. Da riss der Täter plötzlich die Autotüre auf, schnappte sich die Tasche mit dem Geld, schmiss die Krücken weg und lief davon. Eine Überwachungskamera hatte den Verdächtigen allerdings gefilmt. Er wurde im September in Rumänien gefasst.
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