So, 19. November 2017

Pfuscherei am Bau

13.04.2010 19:13

Grobe Mängel bei Bau von Schule nachgewiesen

Ein Jahr lang haben Kinder und Lehrer aus der Volksschule Josefiau zum Unterricht in Container ausweichen müssen. Denn bei einer Überprüfung im Sommer 2008 hatte ein Techniker des Magistrats schwerste Baumängel entdeckt. Das Kontrollamt prüfte den Fall – und konnte nachweisen, dass der Pfusch beim Schulbau 1972/73 geschehen war.

In den Sommerferien 2008 waren kleine Arbeiten in der Schule geplant – ein Techniker schlug aber Alarm, weil es schwerste Mängel gab. Er „verhinderte einen eventuell noch größeren Schaden oder gar einen Katastrophenfall“, lobte das Kontrollamt. Die Schule wurde gesperrt, Kinder und Lehrer übersiedelten ein Jahr zum Unterricht in Container, bis die Schule wieder saniert war.

"Unachtsamkeit und gravierende Verarbeitungsmängel"
Das Kontrollamt hat jetzt in einem Prüfbericht auf 27 Seiten exakt nachgewiesen, wie es zu diesen schwerwiegenden Mängeln kam: Sie stammen schon aus den Jahren 1972/73, als die Volksschule neu gebaut wurde. Die Baufirma pfuschte damals etwa bei den Decken: Der Abstand zwischen den Betonträgern war viel größer als in den Plänen vorgesehen, die Träger waren noch dazu kleiner – und damit billiger. Dass dadurch die Belastungsgrenze der Decken viel geringer war, kümmerte die Firma offenbar nicht. Zudem wurde der Beton schlecht verarbeitet. Die Prüfer stellten „gröbste Unachtsamkeit und gravierende Verarbeitungsmängel“ fest, die „unzureichende Bauaufsicht“ hatte von alledem nichts bemerkt.

„Wir versuchen noch, die Erbauer für diese Schäden haftbar zu machen“, erklärte Bürgermeister Heinz Schaden. „Aber die Chancen stehen schlecht, weil es die Baufirma nicht mehr gibt.“

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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