Sa, 16. Dezember 2017

Minus 5,8 Prozent

11.04.2010 12:20

In Salzburg werden wieder weniger Ski gestohlen

Die Zahl der Skidiebstähle ist österreichweit zwar gestiegen, in Salzburg gab es jedoch einen Rückgang von fast sechs Prozent. Das teilte Oberst Helmut Greiner vom Bundeskriminalamt (BKA) mit. Insgesamt wurden im Vorjahr 4.576 Fälle angezeigt, das ist ein Plus von sechs Prozent gegenüber 2008 (mit 4.316 Anzeigen). In Salzburg sank die Zahl auf 1.294 Anzeigen. Spitzenreiter ist Tirol.

Das Bundesland mit den meisten Skidiebstählen war wie in den Jahren zuvor Tirol mit 2.724 Anzeigen (plus 13,2 Prozent), gefolgt von Salzburg mit 1.294 (minus 5,8) und Vorarlberg mit 248 (plus 0,8). Auf den weiteren Plätzen folgen Kärnten mit 111 (plus 38,8 Prozent), die Steiermark mit 108 (minus 14,3), Oberösterreich mit 49 (plus 22,5), Niederösterreich mit 21 (minus 32,3) und Wien mit 19 (plus 46,2 Prozent). Schlusslicht ist wenig überraschend das Burgenland, wo im Vorjahr zwei Paar Skier (plus 100 Prozent) verschwanden.

Auch Versicherungsbetrug und Verwechslungen dabei
Laut Hermann Rechberger von der Sicherheitsdirektion Salzburg handelt es sich bei den 1.294 angezeigten Fällen in Salzburg jeweils zu einem Drittel um Versicherungsbetrug, Verwechslungen beziehungsweise Schlampigkeit und drittens um tatsächliche Diebstähle, wobei hier wiederum rund die Hälfte der organisierten Kriminalität zuzuordnen sei.

Wenig Fälle werden aufgeklärt
Die Aufklärungsquote ist trotz Schwerpunktaktionen der Exekutive in stark frequentierten Skigebieten gering. Allein in Salzburg wurden 2009 nur 21 Fälle geklärt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden bereits 1.307 Wintersportgeräte als gestohlen gemeldet, um 89 mehr als im Vergleichszeitraum 2009. "Es gab sicher einen Anstieg bei den Snowboards", so Rechberger. Die Statistik weist heuer allerdings keine Unterteilung mehr auf.

Schwer in den Griff zu bekommen
Präventiv wirksam könnte nach Ansicht Rechbergers ein privater Wachdienst für Ski-Abstellplätze sein. Sinnvoll wäre auch eine Pflichtversicherung beim Kauf von Wintersportgeräten. Die Diebstähle in den Griff zu bekommen, bezeichnete er als schwierig. "Weil es sehr personalintensiv ist. Das meiste Personal brauchen wir ja zum Anzeigenaufnehmen." Ein beliebter Zeitpunkt für professionelle Banden ist übrigens der Spätherbst. Denn kurz vor Saisonbeginn haben die Wintersportgeschäfte ihre Geschäftsräume und Lager mit der neuen Ware aufgefüllt.

Ski absperren oder trennen
Um Diebstähle zu verhindern "gehören die Skier mit Schlössern gesichert und versperrt", ist Oberst Greiner vom BKA überzeugt: "Immer mehr Liftbetreiber bieten auch kostengünstige Skiboxen an." Eine andere Möglichkeit zur Verhinderung von Diebstählen sei, die zwei Skier getrennt von einander abzustellen. Als erfolgreiche, präventive Maßnahme hätten sich bereits Videoüberwachungen an Liftstationen oder an den Skiabstellplätzen von Apres-Ski-Bars herausgestellt.

Nachfrage steigt
Den Grund für die Zunahme sieht der BK-Sprecher auch in der organisierten Kriminalität. Der Markt jener Konsumenten, die hochpreisige Wintersportgeräte begehrten, werde immer größer - speziell in Ost- und Südosteuropa. Andererseits würden viele Wintersportler ihre Ski ungesichert liegen lassen. Die Diebe bräuchten wie in einem Selbstbedienungsladen nur zuzugreifen.
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