Di, 21. November 2017

20-Jahr-Jubiläum

02.04.2010 13:03

Sonderausstellung im Egon-Schiele-Museum in Tulln

Vor 20 Jahren - anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers am 12. Juni 1890 - ist in Tulln das Egon-Schiele-Museum eröffnet worden. Es liegt an der Tullner Donaulände und ist im ehemaligen, im Jahr 1898 errichteten Bezirksgefängnis untergebracht. Derzeit ist auch eine Sonderausstellung mit Arbeiten von Ulrich Gansert und Andy Wallenta zu sehen.

Der Aufenthalt Egon Schieles und die Entstehung von zehn Zeichnungen in der Gefängniszelle Neulengbach hatten die Stadtgemeinde Tulln veranlasst, das ehemalige Bezirksgefängnis für die Adaptierung zum Museum anzukaufen. Von der ursprünglichen Bausubstanz blieb viel erhalten, u.a. auch die letzte Zelle, die jener in Neulengbach angeglichen wurde, in der Schiele im Jahr 1912 drei Wochen verbracht hat.

Im unteren Geschoß befindet sich die Dokumentation über Schieles Leben von der Kindheit in Tulln über die Schulzeit in Klosterneuburg bis zur Akademiezeit in Wien. Nachvollziehbar wird die Entwicklungsphase des jungen Schiele anhand von Originalzeichnungen und frühen Gemälden (Naturstudien, Städtebilder, Porträts).

Über 70 Originalwerke werden gezeigt
Im ersten Stock werden mehr als 70 Originalwerke Schieles (Zeichnungen, Deckfarbenmalereien und Ölbilder) gezeigt. Ein Glanzstück ist der "Blick über verschneite Weingärten auf Klosterneuburg" aus dem Jahr 1907. Im Dachgeschoß finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. Am Tullner Bahnhof ist seit 1995 eine Außenstelle des Egon-Schiele-Museums mit dem Geburtszimmer und einem weiteren rekonstruierten Wohnraum zu besichtigen.

Schon als Kind begabter Zeichner
Am 12. Juni 1890 wurde Egon Schiele als drittes Kind des Oberoffizials der k.u.k.-Staatsbahn Adolf Eugen Schiele und Marie Schiele in Tulln geboren. Schon als Kind fertigte er Zeichnungen an - hauptsächlich vom Tullner Bahnhof und den dort stehenden oder rangierenden Eisenbahnzügen.

In Neulengbach wurde Schiele 1912 wegen angeblicher Entführung einer Minderjährigen und anderer Delikte 24 Tage lang in Untersuchungshaft genommen und wegen "Verbreitung unsittlicher Zeichnungen" verurteilt. 125 erotische Blätter wurden beschlagnahmt. 1918 starb Schiele in Wien im Alter von 28 Jahren an der spanischen Grippe.

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