So, 19. November 2017

Recherche behindert

01.04.2010 14:01

Schwere Vorwürfe vom Bayerischen Rundfunk zu Kaprun

Der Bayerische Rundfunk (BR) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) in Linz. Die OStA behindere Recherchen über den Brand in der Kapruner Gletscherbahn, bei dem am 11.11. 2000 155 Menschen ums Leben kamen. "Bei Recherchen zum Seilbahnunglück in Kaprun hat die Oberstaatsanwaltschaft Linz massiv interveniert", hieß es am Donnerstag vom BR.

Wegen einer Beschwerde der OStA sei dem Drehteam des BR-Politikmagazins "Kontrovers" vom 31.3. um 21.15 Uhr der Zutritt zur Asservatenkammer in Salzburg verwehrt worden, obwohl der zuständige Salzburger Richter Manfred Seiss eine Drehgenehmigung erteilt hätte.

In der Kammer lagern noch Beweisstücke aus der Kapruner Unglücksbahn, unter anderem der ursprünglich intakte Heizlüfter aus dem unversehrten Zug, das verwendete Öl, ölgetränkte Dämmwolle und ölgetränkte Lärchenholzbretter. Die OStA Linz beruft sich in ihrem Untersagen auf "öffentliche und private entgegenstehende Interessen".

Rücktritt der Justizministerin gefordert
Die OStA Linz sei massiv befangen, da gegen sie Anzeige wegen Korruption bei der StA Heilbronn erstattet wurde. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner lasse die StA trotz Kenntnis dieser Anzeige weiterarbeiten, kritisierte der Wiener Opfer-Anwalt Gerhard Podovsovnik in einem Brief an Bundeskanzler Werner Faymann. Der Advokat forderte "endlich mit dem Filz in Kaprun aufzuräumen und eine unbefangene Staatsanwaltschaft zu betrauen". In einem Brief an Bandion-Ortner verlangte Podovsovnik den Rücktritt der Justizministerin.
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