Sa, 25. November 2017

2,5 Jahre Haft

01.04.2010 11:32

41-Jähriger soll drei Buben zehn Jahre missbraucht haben

In Salzburg hat sich am Donnerstag ein 41-jähriger Mann wegen mehrfachen schweren, sexuellen Missbrauchs an seinen drei minderjährigen Stiefkindern vor Gericht verantworten müssen. Er soll sich laut Staatsanwaltschaft ab 1998 über mehr als zehn Jahre lang an den drei Buben seiner Lebensgefährtin vergangen haben.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe gegenüber dem Untersuchungsrichter noch bestritten. Vor dem neuropsychiatrischen Gerichtssachverständigen Ernst Griebnitz gestand er allerdings eine Teilschuld ein und meinte, "er ist froh, wenn er Hilfe erhält und will sich behandeln lassen", wie Staatsanwältin Barbara Feichtinger erklärte.

Vor dem Schöffensenat sei er dann "vollinhaltlich" geständig gewesen. Der Beschuldigte wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Zudem wird der 41-Jährige in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher eingewiesen.

Berufung angemeldet
Feichtinger meldete nach der Urteilsverkündung Strafberufung an. Sie bezeichnete das Strafmaß als zu mild. Der Strafrahmen bei schwerem sexuellen Kindesmissbrauch reicht von einem Jahr bis zu zehn Jahren Haft. Die Verteidigung gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Schwere Vorwürfe
Die mittlerweile 16, 21 und 22 Jahre alten, mutmaßlichen Missbrauchsopfer belasteten ihren Stiefvater bei der Einvernahme schwer. Der jüngste Stiefsohn war erst vier Jahre alt, als der Angeklagte 1998 in die Wohnung seiner Lebensgefährtin zog. Dort führte er mit den Kindern dann "teilweise nach- und nebeneinander" Oralverkehr durch, sagte die Staatsanwältin.

Geschenke und Drohungen
Ab ihrem 14. Lebensjahr habe er sie mit Geld und Sachgeschenken zu den sexuellen Handlungen verleitet. "Den ältesten Buben bedrohte er, er werde seine Beziehung zu ihm herumerzählen und sich auch an seinem jüngsten Bruder vergreifen, falls er sich weigert".

Pikantes Detail
Der 41-Jährige war 1998 aus der Haft entlassen worden. Er hatte eine 18 Monate lange Freiheitsstrafe wegen Unzucht von Minderjährigen verbüßt. Es handelte sich dabei um die Kinder der Freundin seiner Lebensgefährtin. Die damalige Verurteilung ist aber bereits getilgt.

Einweisung beantragt
Die Staatsanwältin stellte am Donnerstag einen Antrag auf Einweisung des Beschuldigten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher. Diesem Antrag wurde stattgegeben. "Er sieht den Unrechtsgehalt ein und wird die empfohlenen Therapiemaßnahmen akzeptieren, um von der pädophilen Neigung loszukommen", erklärte Verteidiger Christian Egger noch vor der Verhandlung.

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