Do, 23. November 2017

Ein Lokalaugenschein

26.03.2010 10:24

Wie die Monster-Masten den ganzen Flachgau zerstören

In Plainfeld und in Koppl kämpft man mit allen Mitteln gegen die Stromautobahn. Nicht viel weiter weg, in Seekirchen-Mödlham, wurden die ersten Masten montiert. Ein "Krone"-Lokalaugenschein zeigt: Viele stehen zu knapp bei den Häusern.

In der Gemeinde Koppl, die alle bisherigen Trassen-Varianten für die 380-kV-Leitung ablehnt, machten am Mittwoch rund 400 Bürger ihrem Unmut bei einem Informationsabend Luft: "Wenn die vom Landeselektrizitäts-Gesetz geforderten Mindestabstände nicht eingehalten werden können, muss verkabelt werden", forderte die Intitiative "Rettet Guggenthal-Heuberg". Koppls Gemeindevertreter und SP-Landtagsabgeordneter Johann Ebner will eine diesbezügliche Petition einbringen.

Frust ist groß
Und auch in Plainfeld ist der 380-kV-Frust groß: "Eine echte Katastrophe, wenn hier alles zerstört wird", ärgert sich Red-Bull-Kicker Franky Schiemer. Vor einem Jahr ist er ins Grüne gezogen: "Ich brauche nach drei Jahren Wien die Natur!" Und auch sein Hund Louis jagt gern über die freien Felder beim Ortsteil Edt.

Bestehende Leitungen werden gekreuzt
Jetzt soll alles überspannt werden. Der aktuelle Trassenvorschlag kreuzt sogar die bestehende Leitung: "Wir wohnen seit zehn Jahren hier. Man hat uns immer signalisiert, dass die 220er wegkommt und jetzt das", ärgern sich die Bewohner. Margit Kamper, Mama von Erik (7) und Kiara (5): "Unglaublich, dass man so etwas überhaupt dort plant, wo so viele Kinder zu Hause sind!"

Viele resignieren
In Mödlham bei Obertrum stehen die ersten Riesen-Masten schon: Nummer Sechs wurde keine 170 Meter vom Hof des Jacklbauern aufgepflanzt, Christina und Hermann Holztrattner haben resigniert: "Uns wurde gesagt, dieser Teil ist schon vor zehn Jahren genehmigt worden, das Landesgesetz war damals nicht gültig." Nur ein paar Meter weiter ist ein Kindergarten…

von Sabine Salzmann und Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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