Sa, 18. November 2017

Pieps nicht aktiviert

17.03.2010 12:14

Skifahrerin bei Lawinenabgang in Obertauern getötet

Vor den Augen ihres Mannes ist am Mittwochvormittag in Obertauern eine 58-jährige Skitourengeherin aus dem Raum Radstadt von einem gewaltigen Schneebrett mitgerissen und verschüttet worden. Der Mann hatte die Lawine selbst losgetreten. Die Gattin hatte ihren Lawinen-Pieps zwar im Rucksack, aber nicht eingeschaltet. Sie wurde daher erst nach über eineinhalb Stunden gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war sie aber bereits tot.

Das Paar war in der Früh zur Sichelwand aufgestiegen. Gegen 9.00 Uhr erreichten die beiden den Gipfel. Auf der Abfahrt fuhren sie dann in einen steilen Nordost-Hang ein, wo der hinten fahrende Mann das 80 Meter breite und 250 Meter lange Schneebrett lostrat, das seine Frau mitriss und begrub.

Da sich der Kegel in sehr schwer erreichbarem Gebiet befand, mussten sämtliche Retter mit dem Hubschrauber zur Unglücksstelle geflogen werden. Insgesamt waren 42 Helfer von Bergrettung, Rotem Kreuz und Alpinpolizei mit vier Suchhunden im Einsatz. Erst gegen 11.00 Uhr gelang es ihnen, die Pongauerin zu orten und zu bergen. Sie war nur etwa einen Meter tief verschüttet, hat aber die Zeit bis zur Bergung nicht mehr überlebt.

Eindringliche Warnungen
Die Bergrettung appelliert nun an alle Sportler, die sich abseits gesicherter Pisten bewegen, sich den gegebenen Umständen entsprechend zu verhalten. Die starken Schneefälle der vergangenen Tage und die nun steigenden Temperaturen würden zu einer weiteren Zunahme der Lawinengefahr führen, so der Lawinenreferent der Bergrettung Salzburg, Klaus Wagenbichler.

Auf bestimmte Touren verzichten
"Bergretter sind gewarnt, sie kennen diese brandgefährliche Kombination, denn sie führt mit Sicherheit zu Lawinenabgängen und Lawinenopfern", so der Routinier. Der tägliche Lawinenlagebericht der Landesregierung sollte daher Basis für eine entsprechende Tourenplanung sein. "Unter den momentanen Bedingungen bietet jedoch defensives Verhalten und der Verzicht auf bestimmte Touren die größte Sicherheit", sagte Wagenbichler.

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