Mi, 22. November 2017

Nach Coup in Berlin

16.03.2010 09:21

Polizeiaufgebot überwacht Poker-Turnier im Pinzgau

Wegen des spektakulären Überfalls am 6. März auf ein internationales Poker-Turnier in Berlin werden die Sicherheitsvorkehrungen bei der nächsten "European Poker Tour" (EPT) von 21. bis 26. März in Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) verschärft. Zum ersten Mal wird eine Veranstaltung im "Hotel Alpine Palace Card Casino" von Polizisten in Zivil und in Uniform überwacht, wie Bezirkspolizeikommandant Arno Kosmata erklärte.

"Wir werden das Pokerturnier in ausreichendem Ausmaß überwachen, und zwar verdeckt und offen. Es gibt auch einen Streifendienst", sagte Kosmata. Die Fluchtmöglichkeit ist sehr begrenzt: "Aus dem Tal führt nur eine Straße hinaus. Auch deshalb sehen wir dem Ganzen gelassen entgegen." Er geht nicht davon aus, dass nach dem bewaffneten Überfall durch vier Maskierte im Berliner Grand Hyatt Hotel - sie erbeuteten rund 242.000 Euro - nun sämtliche Pokerturniere in Europa im Visier der Räuber stehen.

"Überfall zahlt sich nicht aus"
"Im Prinzip gibt es nichts zu holen. Die Situation im Alpine Palace Hotel ist mit der in Berlin nicht zu vergleichen. Ein Überfall wäre hier weit schwieriger. Es werden keine großen Summen an Geld gelagert. Der Einsatz der Spieler wird so sicher verwahrt, dass sich ein Überfall nicht auszahlt. Das Hotel ist gut gesichert", so Kosmata. Zehn bewaffnete Sicherheitsleute hat der Juniorchef des Hotels, Florian Wolf, engagiert und einige Überwachungskameras noch nachjustiert.

Es geht um insgesamt zwei Millonen Euro
Während des Turniers bleiben einige hauseigene Aufzüge außer Betrieb. Weniger Zugänge sind leichter zu kontrollieren. "Der Abtransport des Geldes wird auch polizeilich überwacht", erklärte Wolf. Er rechnet schon aufgrund der "perfekten Zusammenarbeit" mit der Polizei und des ausgetüftelten Sicherheitsplans mit einem reibungslosen Turnierablauf. Die ausgespielte Summe bezifferte er mit rund zwei Millionen Euro. Angst vor einem Überfall hat er nicht, wie er betonte. Die rund 500 Pokerspieler, die sich anmeldeten, dürften ähnlich denken, denn keiner habe seine Teilnahme zurückgezogen.

Boris Becker angeblich auch unter Pokerspielern
Niemand in der Poker-Szene verschwende einen Gedanken daran, dass ein Überfall stattfinden könnte, sagte der 36-jährige Salzburger Poker-Profi Markus Golser. Er hatte den Coup in Berlin und zuvor einmal einen weiteren in Frankreich hautnah miterlebt. Obwohl er die Nachwirkungen von Berlin noch spürt - "wenn in der Nähe jemand laut schreit oder läuft, kommt das wieder hoch" - fährt er jetzt "unbeschwert" ins Glemmtal. "Die Sicherheitsvorkehrungen wurden dort enorm verstärkt. Das Tal ist 15 Kilometer lang - da kommt man schwer raus." Laut einem Organisator des EPT "Snowfest" wird auch Boris Becker mitpokern.

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