Di, 17. Oktober 2017

Keine 'Unkorrektheit'

15.03.2010 19:48

ORF dementiert Aufstachelung zu Nazi-Rufen

Nach Vorwürfen der FP gegen einen Redakteur der Sendung "Am Schauplatz", wonach dieser Neonazis zur einer Kundgebung der Freiheitlichen in Wiener Neustadt gebracht und dort zur Wiederbetätigung animiert haben soll, hat sich der ORF am Montag deutlich hinter seinen Mitarbeiter gestellt. Nachdem am Nachmittag die Aufnahmen gesichtet worden waren, kam man beim ORF zum Schluss, dass sich der beschuldigte Redakteur "keinerlei Unkorrektheiten zuschulden kommen hat lassen".

Die ORF-interne Beurteilung des Materials war erst mit Verspätung möglich geworden, weil die Polizei die Kassette zunächst sichergestellt hatte und erst am Montag geklärt werden konnte, ob und welche Teile im Hinblick auf das Redaktionsgeheimnis an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden sollen und dürfen.

ORF bescheinigt Redakteur korrektes Verhalten
Bei der gemeinsamen Sichtung wurde unter anderem beschlossen, die Kassette mit den Aufnahmen versiegelt zu übergeben, um das Redaktionsgeheimnis bestmöglich zu wahren. Mehrere ORF-Repräsentanten hatten sich mit Juristen und der Polizei mit der Sichtung beschäftigt. Am späten Nachmittag war die Sache für den ORF zumindest intern geklärt: Eduard Moschitz, der seit längerer Zeit eine Milieustudie zu rechtsradikalen Jugendlichen recherchiert und dabei die Protagonisten mit der Kamera nach Wiener Neustadt begleitet, habe korrekt gehandelt, ergab die Prüfung.

Unter anderem hatte er die Burschen im Zuge des Drehs zu einer Veranstaltung von FP-Chef Heinz-Christian Strache begleitet, was dieser offenbar als gezielte Inszenierung deutete und noch an Ort und Stelle Anzeige erstattete. Zudem warf er Moschitz vor, die Jugendlichen zu "Sieg-Heil"-Rufen animiert zu haben. Gegen die Anzeige behält sich der ORF rechtliche Schritte vor, hieß es. Die Entscheidung des Gerichts und der Staatsanwaltschaft würden hierzu noch abgewartet.

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