Do, 19. Oktober 2017

"Bin angefressen"

14.03.2010 21:06

Wirbel um „Therme Amadé“: Ermittler im Gemeindeamt

Helle Aufregung und Empörung in den vier Orten, die zusammen die "Therme Amadé" im Pongau errichten: In Altenmarkt waren die Ermittler der Kripo in der Gemeinde und nahmen Unterlagen über Ausschreibung und Auftragsvergabe mit. "Ich bin richtig angefressen", schimpft Bürgermeister Rupert Winter. "Offenbar will da jemand gezielt unserem Amtsleiter schaden", befürchtet er.

Vier Gemeinden im Enns-Pongau sind es, die miteinander diese neue Therme errichten wollen: Eben, Flachau, Radstadt und Altenmarkt. Aber seit einigen Wochen halten nicht die Baupläne die Gemeindeväter in Atem, sondern die Ermittler vom "Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung".

"Uns hat man leider verboten, zu dem Fall Stellung zu nehmen", berichtet Bürgermeister Rupert Winter aus Altenmarkt. "Aber es stimmt: Die Beamten waren in der Gemeinde und haben Unterlagen mitgenommen – mehr darf ich nicht sagen. Nur so viel: Ich bin schwer angefressen. Das ist eine hinterhältige Intrige gegen unseren Amtsleiter, fürchte ich."

Bei den Korruptionsjägern tauchte der Vorwurf auf, dass bei der Ausschreibung für das Bad nicht alles in Ordnung war. Die Arbeiten wurden damals EU-weit ausgeschrieben, zwei Firmen meldeten sich, von denen dann eine den Zuschlag bekam. Das gesamte Verfahren wurde von einem Wirtschaftstreuhänder aus Niederösterreich abgewickelt.

Die Ermittler übergaben die sichergestellten Unterlagen einem Spezialisten für Auftragsvergaben. Er entscheidet, ob in diesem Fall weiter ermittelt wird. Daneben befragten die Fahnder in allen beteiligten Gemeinden die politischen Entscheidungsträger. Ortschef Winter aus Altenmarkt ist jedenfalls sicher: "Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass bei uns alles korrekt abgelaufen ist", erklärte er am Sonntag der "Krone".

von Robert Redtenbacher, "Salzburger Krone"

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