So, 22. Oktober 2017

Bisher fünf Opfer

11.03.2010 14:25

Missbrauch im Stift Kremsmünster bestätigt

Auch gegenüber dem Stift Kremsmünster im Bezirk Kirchdorf sind nun Missbrauchs-Vorwürfe laut geworden. Daraufhin hat das Kloster am Mittwoch drei Patres ihrer Ämter enthoben.

Einer der mittlerweile 75-jährigen Mitbrüder habe den ihm vorgeworfenen Übergriff bestätigt, gab Abt Ambros Ebhart am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekannt.

Insgesamt fünf Personen, die in den 80er-Jahren Opfer von Missbrauch geworden sein sollen, hätten sich gemeldet. Ebhart betonte das Interesse der Klostergemeinschaft an einer raschen Aufklärung.

"So passiert"
"Es ist so passiert", zitierte Abt Ebhart aus dem Gespräch mit einem der Patres. Dieser soll den Kopf eines Schülers, der sich neben ihm hingekniet habe, gerieben und fest in seinen Schoß gedrückt haben.

Der Geistliche habe den Vorwurf in einer ersten Reaktion als "Unsinn und ein Zusammenreimen nach 30 Jahren" bezeichnet, die Aussage später aber bedauert, sagte Ebhart. Der Mitbruder sei "sehr betroffen", dass seine Handlungen als Missbrauch erlebt worden seien.

"Ich bedauere, dass Menschen solche Leiderfahrungen in unseren Einrichtungen gemacht haben", erklärte Ebhart, der Kremsmünster seit drei Jahren als Abt vorsteht. Das Stift habe ein Interesse daran, dass alle Fälle aufgearbeitet werden, und sei froh um jede Hilfe von staatlichen und diözesanen Stellen. Man werde die Vorwürfe in die diözesane Kommission gegen Missbrauch und Gewalt einbringen und deren Empfehlungen umsetzen.

Bitte um Barmherzigkeit
"Es braucht die Klarheit, aber genauso die Barmherzigkeit", betonte Ebhart. Einer der drei Kremsmünsterer Mitbrüder sei geistlicher Begleiter von Schülern gewesen, ein anderer habe Pfarrtätigkeiten verrichtet, der dritte sei mit Aufgaben im Stift versehen gewesen.

Neun Vorwürfe
An die Kommission seien - Kremsmünster eingerechnet - aktuell in Summe neun Missbrauchsvorwürfe herangetragen worden, berichtete ihr Vorsitzender Josef Gruber.

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