Sa, 18. November 2017

„Valleys Of Neptune“

10.03.2010 01:16

Neues Altes von E-Gitarren-Legende Jimi Hendrix

Am 18. September jährt sich zum 40. Mal der Todestag von Johnny Allen Hendrix. Nur vier Alben hat der als Jimi Hendrix bekannte und für viele bis heute größte Gitarrist der Rock-Geschichte zu Lebzeiten veröffentlicht. Nach seinem Tod sind eine Unzahl von obskuren Platten mit oft nur halbfertigen Aufnahmen bzw. Mitschnitte von Live-Auftritten in miserabler Tonqualität auf den Markt geworfen worden. Jetzt haben Hendrix' Nachlassverwalter zusammen mit Legacy Recordings (Sony) das Album "Valleys Of Neptune" veröffentlicht, das die stilistische Suche das legendären Gitarristen anno 1969 dokumentiert.

Von einer Ausnahme ("Mr. Bad Luck") abgesehen sind die Aufnahmen zwischen Februar und September 1969 in der Record Plant (New York) bzw. den Olympia Studios (London) entstanden. Die zwölf Songs auf "Valleys Of Neptune" gehören zu den letzten gemeinsamen Studioaufnahmen der Jimi Hendrix Experience und schließen quasi die Lücke zwischen den Alben "Electric Ladyland" (1968) und dem erst posthum (1997) veröffentlichten Nachfolger "First Rays Of The New Rising Sun", an dem Hendrix zum Zeitpunkt seines Todes gearbeitet hatte.

Fünf komplett neue Songs
Alle Songs auf "Valleys Of Neptune" sind in der vorliegenden Form bislang unveröffentlicht, aber nur fünf der Titel ("Valleys Of Neptun", "Mr. Bad Luck", "Ships Passing Through The Night", "Lullaby For The Summer" und "Crying Blue Rain"), sind tatsächlich neue, bisher ungehörte Kompositionen des begnadeten Elektro-Gitarristen. Selbst der Titelsong war schon bisher in Sammlerkreisen nicht unbekannt, er kursierte in verschiedenen Versionen schon seit Jahren auf diversen Bootlegs.

Der Rest der Songs sind teilweise durchaus hörenswerte Versionen von Hendrix-Klassikern wie "Stone Free", "Red House" und Lover Man" oder Coverversionen, wie etwa Elmore James' "Bleeding Heart" sowie der Cream-Klassiker "Sunshine Of Your Love".

Mustergültig aufgemachtes Booklet

Wirklich mustergültig ist das 24-seitige Booklet ausgefallen. Es enthält neben prachtvollen, teils raren Fotos genaue diskografische Angaben und Hintergrundinformationen zur Entstehung der einzelnen Tracks, verfasst von John McDermott, der das Album mitproduziert hat.

Abgemischt wurden die 62 Minuten Musik auf "Valleys Of Neptune"  von Hendrix' langjährigem Studiotechniker Eddie Kramer, der bereits für das Album "Are You Experienced" mit dem Ausnahmemusiker zusammengearbeitet hatte.

Hendrix-Klassiker in "Deluxe Edition"

Hintergrund der Veröffentlichung: Im Vorjahr hat das Sony-Label Legacy Recordings vom Hendrix-Clan den kompletten Hendrix-Katalog übernommen, und dazu gehörte auch jenes bis dato unveröffentlichte Material, das jetzt in Form eines neuen Albums erschienen ist.

Aus diesem Grund sind am 5. März (dem Veröffentlichungstag von "Valleys Of Neptun") zeitgleich auch die Klassiker "Are You Experienced?" (1967), "Axis: Bold As Love" (1968), "Electric Ladyland (1969)" und das Live-Album "Band Of Gypsys" (1970) neu aufgelegt worden (Bilder der Alben in der Infobox).

"Making-of"-DVDs als Bonus
Jedes der drei Original-Alben sowie auch das posthum veröffentlichte "First Rays Of The New Rising Sun" (1997) enthält eine Bonus-DVD mit einer eigens produzierten "Making-of"-Dokumentation. In diesen kommen Hendrix' Ex-Mitstreiter Noel Redding (Bass), Mitch Mitchell (Schlagzeug), Billy Cox (Bass), dessen langjähriger Toningenieur Eddie Kramer sowie Produzent und Ex-Animals-Bassist Chas Chandler zu Wort. Regie in den Filmchen, die zwischen zwölf und knapp 17 Minuten dauern, führte niemand Geringerer als Grammy-Gewinner Bob Smeaton ("Beatles Anthology").

Zeitgleich wurden zudem die beiden Best-of-Zusammenstellungen "Experience Hendrix – The Best Of Jim Hendrix" und "Smash Hits" sowie die Mitschnitte von Hendrix' Auftritt beim legendären Woodstock-Festival auf Doppel-DVD bzw. Blue-Ray-Disc wiederveröffentlicht.

Fazit: "Valleys Of Neptun" ist ein durchaus interessantes Album, dessen Veröffentlichung vor allem Hendrix-Fans so etwas wie ein verspätetes oder verfrühtes Weihnachtsfest bescheren dürfte. Ein musikhistorisch interessanter und klangtechnisch durchaus zufriedenstellender Silberling, der die breite Masse vermutlich nicht ansprechen wird, wohl aber seinen Weg in die Sammlung von echten Rock-Fans finden wird.

7 von 10 Neptun-Tälern

von Wilhelm Eder

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