Fr, 17. November 2017

Frauenhaus geehrt

08.03.2010 13:20

Frauenpreis geht nicht an Salzburger Abtreibungsklinik

Viel ist öffentlich diskutiert worden über den diesjährigen Frauenpreis in Salzburg, am Ende ist es aber ganz anders gekommen: Nicht die Abtreibungsambulanz Gynmed, deren Nominierung so heftige Debatten hervorgerufen hatte, erhält 2010 den Troll-Borostyani-Preis, sondern das Frauenhaus Salzburg. Damit wird die Institution genau in dem Jahr geehrt, in dem es mit einer Kürzung der Landes-Förderung zurechtkommen muss.

Ein Grüppchen Abtreibungsgegner hatte sich pünktlich vor der Pressekonferenz vor den Räumlichkeiten positioniert, letztlich war der Aufmarsch aber vertane Müh'. Denn die Gynmed Ambulanz ging leer aus. Vor allem aus ÖVP- und Kirchen-Kreisen war kurz nach Jahresbeginn heftig gewettert worden, weil diese Ambulanz, in der Frauen seit einigen Jahren erstmals auch in Salzburg in einer öffentlichen Einrichtung Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen können, neben fünf anderen Fraueneinrichtungen für den Preis nominiert worden war.

Burgstaller verteidigt Nominierung
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller verteidigte heute ihren damaligen Entschluss, die Ambulanz einzurichten. Zuvor hätten sich in Salzburg "fürchterliche Geschichten in Hinterhöfen" abgespielt. Heute bekämen die Frauen Beratung und bestmögliche medizinische Behandlung. Sie habe im Jänner sehr bedauert, dass nach Jahrzehnten der Frauenpolitik wieder eine parteipolitische Diskussion über Schwangerschaftsabbrüche entstanden sei.

Halleiner Frauenhaus auf Platz zwei
Doch die Gynmed Ambulanz landete im Ranking nur auf Rang vier. Klarer Sieger wurde das Frauenhaus Salzburg, das von 29 Prozent der rund 1.500 Befragungs-Teilnehmer gewählt wurde. Es ist damit eine Einrichtung, die heuer ebenso mit weniger Geld des Landes auskommen muss wie das Halleiner Frauenhaus Mirjam, das auf Platz zwei gewählt wurde und ursprünglich sogar von der Schließung bedroht war. Burgstaller sagte, beide Häuser seien in der Lage, die Kürzungen zu verkraften. Könne man sich darauf einigen, wie sich die Einrichtungen weiterentwickeln, dann werde es nach den beiden Landes-Sparbudgets 2010 und 2011 auch wieder mehr Geld geben.
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden