Mi, 22. November 2017

Häftling packt aus

06.03.2010 17:00

„Josef F. hat immer panische Angst!“

Keine Sekunde hatte er Mitleid mit seinen Opfern, hielt seine eigene Tochter 24 Jahre lang als Sexsklavin im eigenen Keller, zeugte sieben Kinder mit ihr – in der Haft selbst ist nicht viel von der Bestie Josef F. geblieben. Ein Mithäftling packt aus: "Er hat immer Angst. Zwei Personen mussten seinetwegen sogar verlegt werden."

Er versteckt sich in seiner Zelle, er vermeidet den Kontakt zu anderen, und er hat wahnsinnige Angst. Davor, dass ihm einer der Mitgefangenen etwas antut. Einer seiner neuen "Kollegen" in der Justizanstalt Stein packt jetzt im "Krone"-Gespräch aus: "Bei den Hofgängen mit den anderen ist er nie dabei." Der Grund: Josef F. steht in der Gefängnishierarchie ganz unten, nur zu gern würden ihn die perfekt überwachten Gefangenen des Sicherheitsvollzuges in die Finger kriegen.

"Sonderbetreuung" stößt Mithäftlingen sauer auf
Und seine Nachbarn sind keine kleinen Fische. Hier sitzen Mörder und Psychopathen ein. Was die meisten Mithäftlinge nicht verstehen: F. scheint, aus ihrer Sicht zumindest, eine besondere "Betreuung" zu genießen. Der Insider: "Weil er gerade vor zwei Inhaftierten besondere Angst hat, wurden die prompt auf eine andere Abteilung verlegt und sitzen jetzt auf 'West 1' ein."

Viele Journalistenanfragen
"In Stein werden ständig Häftlinge verlegt. Aber nicht wegen F.", so Alfred Steinacher von der Vollzugsdirektion. "Es ist sehr sehr ruhig um ihn. Es melden sich derzeit besonders viele Privatjournalisten, die Bücher über ihn schreiben wollen."

Ein weiterer Kritikpunkt der Mithäftlinge: Ausgerechnet in der "Anstalt für geistig-abnorme Rechtsbrecher" sei die psychologische Betreuung ein Witz. Viele erhalten keine Therapien.

von Michael Pommer, Kronen Zeitung

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