So, 19. November 2017

Strafe fürs Land

05.03.2010 10:53

Fluch Billig-Sprit: Der Tanktourismus kostet Millionen

Dass in Salzburg die Preise für Benzin und Diesel endlich nicht mehr die höchsten von ganz Österreich sind, freut natürlich alle Autofahrer. Nur fürs Land kann das in Zukunft teuer werden. Denn die vorwiegend deutschen "Tank-Touristen" gelten in den Statistiken als Einheimische.

Wenn Strafen für zu viel CO2 in der Luft fällig werden, kann das Salzburg etliche Millionen zusätzlich kosten.

Preiskämpfe beim Benzin ließen die Autofahrer in den letzten Monaten aufatmen: An den Zapfsäulen sind die Tarife für Treibstoff endlich halbwegs stabil und klettern nicht mehr steil nach oben.

Das hat sich auch bei unseren bayerischen Nachbarn und durchreisenden Touristen herumgesprochen∙ Wer kann, tankt vor der Grenze in Österreich noch schnell sein Auto auf - so lassen sich leicht einige Euros sparen.

Dutzende Millionen an Strafen
Aber was die preisbewussten Autolenker freut, macht Walter Blachfellner als Umwelt-Landesrat kräftige finanzielle Sorgen: "Für das Land kann der Tank-Tourismus in den nächsten Jahren nämlich Dutzende Millionen an Strafen kosten."

Wie das möglich ist, kann Blachfellner leicht erklären: Der CO2-Ausstoß in Salzburg wird nach dem gesamten Benzin- und Diesel-Verkauf berechnet - egal, ob der Treibstoff bei uns verfahren wird oder nicht. Wenn viele Touristen hier tanken, steigt theoretisch die CO2-Menge. Und damit die Strafe.

Die ist fällig, weil auch in Salzburg die "Kyoto-Ziele" weit verfehlt wurden: Bei der Umwelt-Konferenz hatte sich Österreich zu einer deutlichen Senkung der CO2 Senkung verpflichtet - samt einer Pönale-Zahlung, wenn diese Ziele nicht zu erreichen sind. Und das ist leider seit ein paar Jahren sicher.

Für Salzburg bedeutet das aber: Nach dem Sprit-Verkauf werden uns 1,125 Millionen Tonnen des schädlichen Abgases zugerechnet - aber 139.000 Tonnen stammen von "Tank-Touristen", also klar über 10 Prozent!

Bachfellner: "Eine neue Regelung muss her!"
Blachfellner: "Eine mehr als ungerechte Lösung, weil wir auch für diese Tanker die volle Strafe zahlen müssten. Das sind im Jahr einige Millionen, weil Salzburg insgesamt 100 bis 200 Millionen Euro Kyoto-Strafe bezahlen muss." Er fordert: "Eine andere Regelung muss her. Es ist nicht einzusehen, dass bei uns das Geld für Sozialleistungen knapp wird, weil wir wegen der Billig-Tanker höhere Strafe zahlen müssen!"

von Robert Redtenbacher, Salzburger Krone

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