Do, 23. November 2017

70 Veranstaltungen

04.03.2010 14:05

Donaufestival unter dem Motto „Failed Revolutions“

Dem Donaufestival 2010 hat Intendant Tomas Zierhofer-Kin diesmal das Motto "Failed Revolutions" verpasst. Mehr als 70 Veranstaltungen sollen Besucher von 28. April bis 8. Mai nach Krems locken. Als Schauplätze dienen Messegelände, Klangraum, Kunsthalle, Galerie Stadtpark, Tube und Kino im Kesselhaus. Das Programm für das Donaufestival wurde am Donnerstag in Wien vorgestellt.

"Ist das Betäubungsmittel einfach zu stark, um die Verdammten dieser Erde aufzuwecken?", lautet der - auf Plakaten und Foldern allerdings nicht enthaltene - Untertitel zum diesjährigen Festival-Slogan. Das Stichwort von den gescheiterten Revolutionen versteht Zierhofer-Kin im Sinne einer inflationären "Entwertung der Begrifflichkeit des Revolutionären" und der "Instrumentalisierung von Aufbegehren, Revolte und Exzess" durch spätkapitalistische Werbestrategien. Vor diesem Hintergrund strebt der Intendant mit dem Festival, seinem bisher umfangreichsten, "ein besseres, schöneres Scheitern in Krems" an.

Umfangreiches Programm
Zur Eröffnung wird am 28. April die "Diskurs-Operette" "Deichkind in Müll", erst Ende Februar in Hamburg uraufgeführt, auf der Bühne der Halle 1 im Messegelände gezeigt. Die Gruppe "Showcase Beat Le Mot" lässt diesmal das Mittelalter als Probierfeld der Gegenwart erscheinen ("1534"), "Gob Squad" inszenieren in "Revolution Now!" ein mediales Spektakel. Für psychedelisch-elektronische Grenzgänge sorgen unter anderem Panda Bear, Fuck Buttons, Dan Deacon, Max Tundra oder Akufen. In Kooperation mit der Kunsthalle entsteht das Projekt "Iceland Hits Danube" unter Mitwirkung von Franz Graf und Franz Pomassl, mit dem Kino im Kesselhaus wird ein Kunst- und Kurzfilmprogramm realisiert, die Galerie Stadtpark zeigt Arbeiten der britischen Künstler Haroon Mirza und Richard Sides.

"Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott"
Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) sieht die Intentionen der niederösterreichischen Kulturpolitik erfüllt: Das Donaufestival stelle einen Gegenpol zum sonstigen Kulturgeschehen im Bundesland dar, die 2005 erfolgte Neupositionierung habe sich bewährt. Laut Pröll sind 2,1 Millionen Euro für das Festival vorgesehen. 1,66 Millionen bringt das Land Niederösterreich auf, 140.000 Euro die Stadtgemeinde Krems. Der Bund hingegen lasse immer mehr aus bzw. sei unzuverlässig geworden: "Ich werde nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass der Bund in der Kulturpolitik immer mehr versagt." In Niederösterreich, so Pröll, gelte das Prinzip "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott".

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