Di, 12. Dezember 2017

Listerien-Skandal

02.03.2010 12:05

Landesräte sagen 'Schummel-Marken' den Kampf an

Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) und Agrarlandesrat Josef Stockinger (ÖVP) sagen "Schummel-Marken", wozu auch der Listerien-Käse gehöre, den Kampf an. Stockinger forderte am Dienstag in Linz strengere Kontrollen bei der Lebensmittelkennzeichnung und Sanktionen, "die wehtun". Derzeit sei die Gesetzeslage "so löchrig wie Emmentaler-Käse", so Anschober.

Im Fall des Listerien-Käses habe man "unanständig gehandelt und bewusste Konsumententäuschung betrieben", ärgerte sich der Agrarlandesrat. Denn: Auf dem Quargel sei das Identitäts- beziehungsweise Genusstauglichkeitskennzeichen "AT" zu lesen gewesen, was den Konsumenten glauben machen könnte, es handle sich um ein österreichisches Produkt. Das Siegel gebe aber nur die letzte Station des Lebensmittels an, sage aber nichts über die Herkunft der verarbeiteten Rohstoffe aus, erklärte Stockinger.

Käse bekam kein AMA-Gütesiegel
So sei die Milch, die im verseuchten Käse verarbeitet wurde, aus Schleswig-Holstein (Deutschland) gekommen. Deshalb habe das Produkt, nach dessen Verzehr bisher acht Personen gestorben sind, das AMA-Gütesiegel nicht bekommen. Denn dafür würden strengere Kriterien als jene der EU gelten, so Stockinger.

Jeder Konsument sei mündig und könne entscheiden, welche Produkte er kaufe. Dafür seien aber Transparenz und richtige Angaben notwendig, setze Anschober fort. "Wenn Österreich draufsteht, muss Österreich drin sein." Lebensmittelerzeuger würden versuchen durch fantasievolle Wort-Bildmarken und vermeintliche Gütesiegel über nichtheimische Rohstoffe hinwegzutäuschen. Dem müsse man einen Riegel vorschieben, verlangte der Umweltlandesrat.

Den ersten Schritt wolle man in Form eines Initiativantrages, der im nächsten Landtag am Donnerstag eingebracht wird, setzen. Wenn eine breite Mehrheit erreicht werden kann, will sich Anschober an die Landesräte anderer Bundesländer und in der Folge "mit hoffentlich gestärktem Rücken" an den Bund wenden. Auf die Frage, wie hoch er die Chancen einschätzt, Gehör für eine Gesetzesnovelle zu finden, meinte er: "Wann, wenn nicht jetzt."

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