Mo, 11. Dezember 2017

Seltsame Blüten

26.02.2010 10:02

Kurioser Streit um den Ausbau der Volksschule Aigen

Helle Aufregung um den geplanten Ausbau der Volksschule in Salzburg-Aigen: Nach einer Bauverhandlung übte der Pfarrgemeinderat Kritik am Vorgehen der Behörde – und löste damit prompt eine heftige Diskussion um das gesamte Projekt aus! Am Freitag folgte im Magistrat ein klärendes Gespräch um die Wogen zu glätten.

Vor allem Eltern und Schüler befürchten, dass die Erweiterung der Schule jetzt zu wackeln droht. Geplant sind zusätzliche 400 Quadratmeter, außerdem eine Spielterrasse. Budgetiert ist das Projekt mit einer Million Euro. "Der Ausbau ist für die Gegend sehr wichtig", weiß Mutter Martina Tiefenbacher. "Krone"-Leser Horst Buchinger: "Kinder brauchen Platz für den Unterricht!"

Was war passiert: Notar Georg Zehetmayer, Obmann das Pfarrgemeinderates, kritisierte die Baubehörde der Stadt. "Die erste Verhandlung wurde nicht rechtsgültig durchgeführt." "Dass ausgerechnet die Kirche das Vorhaben blockiert, ist ein starkes Stück", wetterte SP-Gemeinderat Wolfgang Gallei. "Gekünstelte Theatralik", konterte VP-Mandatar Josef Weiser. Dr. Herbert Lechner von der städtischen Baubehörde: "Alle gesetzlichen Bestimmungen wurden eindeutig eingehalten!"

Die Krone hat nachgefragt ...

... bei Pfarrer Walter Oberascher
"Krone":
Herr Pfarrer, wo liegt das Problem für die Kirche?
Walter Oberascher: Die Stadtpfarre Aigen behindert den Ausbau der Schule nicht. Ganz im Gegenteil: Wir haben alles getan und tun alles um die Erweiterung der Schule zu unterstützen.

"Krone": Warum dann trotzdem die  Einwände?
Oberascher: Die Vertreter der Pfarre haben lediglich bemängelt, dass die beiden Bauverhandlungen nicht ordentlich durchgeführt wurden. Dem ist nichts hinzuzufügen.

"Krone": Dem Schulausbau steht also nichts im Wege?
Oberascher: Nein, wir unterstützen das Projekt natürlich weiter und wir bedauern, dass diese Diskussion so ausgeufert ist.

... bei Bürgermeister Heinz Schaden
"Krone": Herr Bürgermeister, wo liegt die Wurzel des Konflikts?
Heinz Schaden: Wir wollten 2008 die Schulerweiterung auf einem Grundstück der Pfarre in Aigen bauen. Das Vorhaben ist aber gescheitert, deshalb jetzt der Ausbau mit der Erhöhung der Turnhalle. Dagegen hat die Pfarre gemäß ihrer Nachbarschaftsrechte Einwände erhoben und angekündigt, den Baubescheid zu bekämpfen.

"Krone": Ist der Schulausbau damit gefährdet?
Schaden: Nein, der Baubescheid wird positiv sein. Das Projekt kann nicht verhindert, durch Beeinspruchungen aber auf Jahre hinweg verzögert werden.

... bei VP-Stadträtin Claudia Schmidt
"Krone": Frau Schmidt, behindert die Pfarre das Schul-Projekt?
Claudia Schmidt: Nein, das stimmt so nicht. Es gab lediglich bei den Bauverhandlungen Unstimmigkeiten über Fragen was die Geschoß-Flächenzahl betrifft. Und die Vertreter der Pfarre wollten nur die Bestätigung, dass alles rechtens ist. Was es auch ist.

"Krone": Verzögert sich jetzt der Ausbau der Volksschule?
Schmidt: Wir sind im Zeitplan und optimistisch, dass wir im Sommer mit dem Ausbau beginnen können. Und auch die Stadtpfarre hat Interesse daran, dass die Erweiterung schnell umgesetzt wird. Am Freitag gibt es deshalb noch eine Besprechung im Amt.

von Max Grill, Kronen Zeitung
Bild: Amelie, Maren, Leonie und Moritz freuen sich schon auf den Schulausbau.

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