Sa, 18. November 2017

Festspiel-Drama

24.02.2010 16:22

Kretschmer laut Anwalt noch nicht vernehmungsfähig

Der von den Salzburger Festspielen im Jänner entlassene Technische Direktor Klaus Kretschmer kann zu dem am Dienstag veröffentlichten Festspiel-Prüfbericht noch keine Stellung nehmen. Kretschmer, der sich nach Bekanntwerden der Untreue- und Betrugsvorwürfe bei einem Sturz von einer Brücke schwer verletzt hat, "ist in der Sache im Wesentlichen nicht vernehmungsfähig", erklärte sein Anwalt Leopold Hirsch am Mittwoch.

Er habe zwar mit seinem Mandanten schon sprechen können, doch dieser stehe unter dem Einfluss höchstdosierter Schmerzmittel, so der Salzburger Jurist und Anwaltspräsident. "Er ist aber nicht mehr in Lebensgefahr." Wann Kretschmer vernehmungsfähig ist, sei derzeit nicht absehbar.

Der Ex-Direktor wurde am 1. Februar mit Wirbelverletzungen und Knochenbrüchen in die Unfallchirurgie des Landeskrankenhauses Salzburg gebracht, in der Intensivstation akut versorgt und auch mehrfach operiert. Er hätte sich beinahe eine Querschnittlähmung zugezogen, hat es anfangs geheißen. Doch auf Wunsch der Angehörigen geben die Ärzte keine Auskunft mehr. Der Patient wurde mittlerweile in die Christian-Doppler-Klinik verlegt.

Anwalt bereitet Einspruch vor
Rechtsanwalt Hirsch bereitet derzeit einen Einspruch wegen Rechtsverletzung an die Staatsanwaltschaft vor, weil ihm am Mittwoch keine Akteneinsicht gewährt wurde. Dazu die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger: "Das kann aus kriminaltaktischen Gründen so entschieden werden und ist kein ungewöhnlicher Vorgang."

Laut dem Prüfbericht habe sich Kretschmer vertrags- und rechtswidrig bei den Festspielen bedient. Der Schaden zum Nachteil der Festspiele wurde mit 500.000 bis 800.000 Euro beziffert. Der gefeuerte Technik-Chef soll trotz eindeutigen Verbotes Nebentätigkeiten für die Salzburger Osterfestspiele angenommen und dafür kassiert haben.

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