Mo, 18. Dezember 2017

Skigebiet Weißsee

23.02.2010 09:24

Grüne kassierte 14.800 Euro als Beraterin für Lift

Exakt 14.852,02 Euro hat Astrid Rössler als "Umweltberaterin" für den geplanten Tauernmooslift im Uttendorfer Skigebiet am Weißsee verrechnet. Und sie beriet sogar mit einem Regierungsmitarbeiter, um Landtagsanfragen zu entschärfen. Jetzt geht sie selbst vehement auf den neuen Lift los.

Die Grünen haben vor wenigen Tagen eine dringliche Anfrage im Landtag verfasst. Es geht um das neue Naturschutzgesetz und die Frage, ob es Tricksereien für den Tauernmooslift am Weißsee gibt. Mit-Unterzeichnerin dieser Anfrage: Astrid Rössler, seit 2009 Abgeordnete der Grünen im Salzburger Landtag.

Spätestens 2009 wechselte Rössler die Seiten. Zuvor arbeitete sie mit ihrer Firma für Unternehmensberatung ganz offiziell für den Liftbetreiber Wilfried Holleis. Das beweisen auch die insgesamt drei Rechnungen, die Rössler dem Zeller Hotelier für ihre Arbeit am Weißsee gestellt hat.

Lukrativer Job
Dieser Job zahlte sich finanziell aus. Rössler bekam von September 2005 bis Februar 2007 in Etappen genau 14.852,02 Euro überwiesen. Alles lief unter dem Arbeitstitel "Projekt Tauernmoosbahn - Naturschutzverfahren". Da ließ sich die jetzige Abgeordnete 85 Euro Stundensatz zahlen, zum Teil sogar für Fahrzeiten im Auto – plus 20 Prozent Umsatzsteuer. Die Fahrstunden kosteten also bis zu 102 Euro, plus amtliches Kilometergeld!

Damit nicht genug: Rössler verrechnete am 28. Februar 2006 auch eine Stunde für ein "Gespräch" mit Dr. Michael Steger. Er war damals bei Landeschefin Gabi Burgstaller für Anfragen im Landtag zuständig. Und die Landeshauptfrau hatte kurz zuvor erklärt, dass der geplante Tauernmooslift keine Neuerschließung, "sondern eine Erweiterung des bestehenden Skigebietes" wäre.

"Es ist unverschämt, dass Dr. Rössler uns unnötigerweise strittige Fragen eingebrockt hat, die jetzt gegen uns verwendet werden", ist ihr damaliger Auftraggeber Wilfried Holleis enttäuscht.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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