Mi, 13. Dezember 2017

Entsorgungsproblem

22.02.2010 12:07

UNO warnt vor Elektro-Müllbergen in Schwellenländern

Elektronikschrott aus Computern und Mobiltelefonen wird nach Angaben der Vereinten Nationen in Schwellenländern zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung für Menschen und Umwelt. Aufgrund des stetig steigenden Absatzes von Elektro-Artikeln drohten in Ländern wie China, Indien aber auch in Afrika oder Lateinamerika "gefährliche Müllberge", wenn nicht die Anstrengungen zur sachgemäßen Sammlung und Wiederverwertung des Materials erhöht würden.

In dem Bericht wird in elf Schwellenländern die erwartete Zunahme von Elektroschrott aus Computern, Handys, Druckern, Fotoapparaten, Musikplayern, Fernsehern und Kühlschränken beschrieben. Die UN-Experten gehen demnach davon aus, dass sich die Menge an Müll aus Elektrogeräten von 2007 bis 2020 in China und Südafrika verdoppeln bis vervierfachen wird.

In Indien befürchtet die UN-Umweltorganisation UNEP sogar eine Verfünffachung der Elektroschrottmenge. Müll aus alten Mobiltelefonen versiebenfacht sich auf dem Subkontinent den Schätzungen zufolge in diesem Zeitraum. In China wird die Zahl der weggeworfenen Handys bis 2020 laut Bericht 18 Mal so hoch wie 2007 sein.

"Problem zu Chance umwandeln"
UNEP-Chef Achim Steiner forderte, die Entsorgung des Gerätemülls in den Schwellenländern besser zu organisieren, um Schäden für Umwelt und Bevölkerung zu vermeiden. Dadurch könnten zudem Arbeitsplätze geschaffen, der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verringert und wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Palladium und Kupfer aus den Geräten wieder verwendet werden. "Indem sie jetzt handeln und im Voraus planen, können viele Länder das E-Problem in eine E-Chance umwandeln", erklärte Steiner.

Anlass zur Sorge gibt laut Steiner neben wirtschaftlich aufsteigenden Ländern wie Indien, Brasilien und Mexiko besonders China. Das asiatische Land produziert dem Bericht zufolge bereits 2,3 Millionen Tonnen Elektromüll und liegt damit auf dem weltweit zweiten Platz hinter den USA, die für drei Millionen Tonnen verantwortlich sind. Zudem importiert China trotz eines offiziellen Verbots noch immer den Geräteschrott aus anderen Entwicklungsländern. Oft verbrennen Müllsammler die Geräte, um Metalle wie Gold zu gewinnen, anstatt die alten Computer und Handys fachgerecht zu entsorgen.

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