Mo, 20. November 2017

Andere Hubschrauber

21.02.2010 15:57

Roy Knaus mietet jetzt drei EC 135 für seine Rettungsflüge

Der Salzburger Flugunternehmer Roy Knaus, dem die Luftfahrtbehörde Austro Control im Jänner die Genehmigung für Rettungsflüge an fünf Standorten in Salzburg und Tirol entzogen hat, will zur Aufrechterhaltung des Flugrettungsbetriebes in den nächsten Wochen drei Helikopter der Type EC 135 anmieten. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat ihm für die Umschulung der Piloten finanzielle Unterstützung aus Arbeitsmarktgeldern zugesichert.

Das Land Salzburg werde einen "substanziellen finanziellen Beitrag" zur Umschulung leisten, wie Burgstaller am Sonntag in einer Aussendung erklärte. Auch das Arbeitsmarktservice werde diese Maßnahme mitfinanzieren. "Ich habe den Mitarbeitern von 'Heli Austria' immer Unterstützung versprochen, und ich halte mein Wort", betonte die Landeshauptfrau.

Mitarbeiter können weiter beschäftigt werden
Knaus zeigte sich zuversichtlich, dass er die 71 Mitarbeiter, die er bereits zur Kündigung angemeldet hatte, nun weiter beschäftigen kann. Die Anmietung der drei Eurocopter, wie sie auch der ÖAMTC verwendet, bedeute allerdings "wesentlich höhere Kosten" als die eigenen Hubschrauber der Type AS355. Diese müssen seit Jahresbeginn seiner Ansicht nach widerrechtlich am Boden bleiben. Mittlerweile seien ihm Rettungsflüge und Patientenüberstellungen für ganz Europa gestrichen worden. Gegen den Bescheid legte er Berufung ein.

In zwei bis drei Wochen einsatzbereit
Ein Eurocopter soll bereits ab kommenden Mittwoch am Stützpunkt St. Johann im Pongau den Betrieb aufnehmen. Die weiteren zwei Helikopter sollen in "zwei bis drei Wochen" an den Stützpunkten in Gastein und Karres (Bezirk Imst) in Tirol eingesetzt werden. Von den Rettungsflügen lukriert Knaus im Winter immerhin 90 Prozent seiner Umsätze, wie er betonte. Da ist der Auftrag für die neue Kinoproduktion von "Harry Potter" im März in Berchtesgaden (Bayern), für den er mit der Type AS355 auch fliegen darf, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Knaus hat in diesem Monat eine Schadenersatzklage gegen die Republik Österreich eingebracht. Er wehrt sich darin auch gegen die "wahrheitswidrige Behauptung", die Knaus-Hubschrauber würden nicht den europäischen Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Anzeigen liegen nun in Wien
Hintergrund des Streits sind strengere österreichische Vorschriften für Rettungshubschrauber seit 1. Jänner 2010. Sie sehen nur mehr den Einsatz von Helikoptern mit einer speziellen Zulassung (Kategorie A) als höchste Leistungsklasse vor. Diese erfüllten die Rettungshubschrauber von "Heli Austria" außer einem nicht, so die Austro Control. Knaus bestreitet dies. Sein Rechtsanwalt Christian Ortner hat bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eine Anzeige "wegen des Verdachtes des Amtsmissbrauchs und der Korruption gegen unbekannte Täter im Kreise der Austro Control Gesellschaft" eingebracht. Auch das Land Salzburg schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Nun liegen die beiden Anzeigen bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien.
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