Sa, 18. November 2017

Streit seit 2003

19.02.2010 15:05

ÖVP beleidigt - Ex-SPÖ-Politiker droht ein Jahr Haft

Der Goiserer Ex-Bürgermeister, ehemalige SPÖ-Landes- und Bundesgeschäftsführer Reinhard Winterauer hat beim Eisstockschießen sein Leid geklagt: Er könne sich seines wohlverdienten Ruhestands nicht erfreuen, weil ihn Landeshauptmann Josef Pühringer und Vize Franz Hiesl "bis in den Tod verfolgen".

Seit der Rote die Schwarzen im Wahlkampf 2003 im "Schwarzbuch ÖVP" einer "CV-Freunderlwirtschaft" bezichtigt hatte, wird prozessiert: Die SPÖ wurde schon vor sechs Jahren medienrechtlich dazu verurteilt, zwei beleidigten ÖVP-Politikern 6.000 Euro Entschädigung zu zahlen, doch der SPÖ-Partei-Manager war als Abgeordneter des Landtags und Bundesrats immun.

Teilweiser Frieden
Deshalb begrub Kammer-Big-Boss Christoph Leitl, der ebenfalls Fett abbekommen hatte, aber nicht zum Kadi gelaufen ist, am Freitag, dem 13. Juni 2008, das Kriegsbeil. Winterauer entschuldigte sich mit "an Fasserl Bier und a weng aner Jausn" nicht nur beim Friedensstifter, sondern auch bei Vize-Präsidentin Ulrike Rabmer-Koller, ÖVP-Klubchef Michael Strugl, Bundesrat Georg Spiegelfeld und deren cleveren Berater Gerhard Stürmer.

Pühringer und Hiesl waren von Leitl auch eingeladen worden, kamen aber nicht zum Shake-Hand ins Bier-Kistel.

Schreck am Faschings-Dienstag
So unversöhnlich zeigen sie sich auch jetzt: Am Faschings-Dienstag ließen ihre Anwälte der Staatsanwaltschaft wissen, dass sie ihre Ermächtigung zur Strafverfolgung nicht zurückziehen.

Das wundert SPÖ-Anwalt Hans Kaser "angesichts dieser alten Themen, hohen Kosten, der langen Dauer und mehrerer Verurteilungen." Und es kränkt seinen Mandanten, "dass man mi' nach so vielen Jahren noch hinter Gitter bringen will". Denn für seine üble Nachrede drohe ihm ein Jahr Haft: "D' Goiserer sag'n eh, dass s' mi im Häf'n b'suach'n werd'n, wenn net endli'h a christliche Gesinnung für an Schlussstrich sorgt, wia's da Leitl a' z'samm'bracht hat."

von Richard Schmitt, "OÖ Krone"

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