Fr, 17. November 2017

Mildes Urteil

17.02.2010 10:22

Nur kurze Haft für den Todeslenker von Neumarkt

Der Führerschein ist ihm schon zwei Mal wegen Alkohol- und Drogenfahrten entzogen worden. Gelernt hat der 26-jährige Thomas M. offenbar nichts daraus. Am 10. Jänner 2009 saß er wieder im Vollrausch und unter Kokaineinfluss am Steuer – und fuhr einen Freund in den Tod. Nun das unglaublich milde Urteil: Nur zwei Monate muss er dafür in Haft…

Die Sachverständige Edith Tutsch-Bauer rechnete es beim Prozess vor: "Thomas M. hatte zum Unfallzeitpunkt rund 2,5 Promille!" Und die Gerichtsmedizinerin hatte auch Unterlagen aus dem Jahr 2005 dabei. Schon damals war eine Blutprobe des Elektrikers aus Neumarkt untersucht worden. Sie hatte Spuren von Kokain, Cannabis und Ecstasy enthalten!

Für zwei Monate war ihm damals der Führerschein entzogen worden. Nicht das letzte Mal. Nach einer weiteren Alkofahrt war dann der Schein eineinhalb Jahre weg.

Mit 100 km/h durch Neumarkt
Am Tag der Unfalltragödie war das alles wieder vergessen: Thomas M. trank Rum und Prosecco, donnerte um 1.45 Uhr mit 100 km/h durch Neumarkt, krachte gegen eine Betonmauer. Für einen 18-jährigen Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Der Staatsanwalt klagte fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen an. Dafür drohen drei Jahre Haft.

Doch Verteidiger Manfred Nessmann plädierte erfolgreich: "Mein Mandant hat die Straftat im Zustand voller Berauschung begangen, er war nicht mehr zurechnungsfähig." Obwohl auch dafür bis zu drei Jahre Haft vorgesehen sind und zwei Verwaltungsstrafen vorlagen, blieb Richterin Birgit Dunzendorfer weit darunter. Sie verhängte neun Monate, nur zwei muss Thomas M. verbüßen. Der Rest ist auf Bewährung.

von Manfred Heininger, Kronen Zeitung

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