Do, 23. November 2017

„Tot“ gespart

14.02.2010 19:41

Ärzte gegen Politik: Rettendes Labor musste schließen

Ärzte gegen Politiker – der Streit ums wortwörtliche Totsparen wird immer heftiger. Die Rieder Barmherzigen Schwestern wollen ihr behördlich geschlossenes Herzkatheterlabor wieder aufsperren: "Wir könnten den Menschen im Innviertel endlich diese Verbesserung der Versorgung anbieten und wollen ihnen diese moderne Herzmedizin nicht länger vorenthalten!"

Wie die "Krone" berichtete, haben die Rieder Schwestern und Ärzte den einstimmigen Beschluss der oberösterreichischen  Gesundheitsplattform im Wahljahr 2009 zu voreilig umgesetzt: Sie rüsteten ihre längst genehmigte und erprobte Angiographieanlage mit Messgeräten um 150.000 Euro auf, um auch Akutinfarkte behandeln zu können, um Gefäßverengungen mit eingeführten Ballons aufdehnen und mit lebensrettenden Stents abstützen zu können.

Das hatte der Rieder Kardiologie-Primar Thomas Winkler schon als Leiter des Katheterlabors des Linzer Schwesternspitals gelernt und geübt, wo er zusätzliches Fachpersonal ausbilden ließ. Sodass  schon ab Dezember neun Spezialisten täglich sieben bis acht Infarktpatienten retten konnten – bis ihr erfolgreicher Probebetrieb Mitte Jänner von Landes-Sanitäts-Juristen gestoppt wurde.

Herzinfarkte im Innviertel "gefährlicher"
Denn der Finanz- und Gesundheitsreferent rudert zurück: Ried, Steyr und Vöcklabruck sollen im Gegensatz zum Wahlversprechen nun doch keine neuen Kathetertische bekommen, sondern alte aus dem gut bestückten Zentralraum. Linzer genießen die vierfache Anzahl notwendiger Herzkatheteruntersuchungen, Welser die dreifache der Rieder. Deshalb enden Herzinfarkte im Innviertel um 48 Prozent häufiger tödlich als in der Landeshauptstadt. 

340.000 Menschen ohne Schwerpunkt-Spital
Und deshalb klagen nicht nur die Rieder darüber, dass derzeit insgesamt 340.000 Landsleute innerhalb der ersten, wichtigsten 60  Minuten kein Schwerpunktkrankenhaus erreichen können, das eine rettende Koronarangiographie hat.

"Oberösterreichische Krone"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden