Fr, 15. Dezember 2017

Lautes Metal-Fest

11.02.2010 14:45

Hatebreed und Machine Head begeistern in Wien

"Let Freedom Ring With a Shotgun Blast!" Diese Zeile aus dem Song "Davidian" alleine würde ausreichen, um den Mittwochabend im Wiener Gasometer zu beschreiben. Ob dabei die Supportband Hatebreed oder Headliner Machine Head mehr auf den Putz haute, lässt sich nur schwer sagen. Doch eines ist gewiss: Das Wiener Publikum konnte ein Metal-Fest der Extraklasse feiern.

Vor den beiden "Großen" durfte allerdings noch Bleeding Through das Konzert der "Black Procession"-Tour eröffnen. Mit ihrem durchaus gefälligen Metalcore ernteten die sechs Kalifornier ersten Applaus. Allerdings zeigten sie sich eher bewegungsfaul, weshalb der Funke noch nicht wirklich überspringen wollte.

Hatebreed beim Videodreh
Besser machten das im Anschluss Hatebreed. Mit knüppelhartem Sound und einem enorm gut aufgelegten Jamey Jasta am Mikro ging es im Gasometer erstmals richtig rund. Der unermüdlich auf der Bühne hin und her wetzende Jasta schrie sich die Seele aus dem Leib und feuerte das Publikum unermüdlich weiter an. "Wollt ihr im nächsten Hatebreed-Video sein?", fragte der Sänger. Und offensichtlich gab es viele, die das wollten. Das Publikum hüpfte und moshte zu Stampfern wie "Live For This" oder "Beholder of Justice" vor der laufenden Kamera, immer angespornt von den fünf Musikern auf der Bühne. Die Mischung aus Hardcore und Metal schlug im Gasometer jedenfalls ein wie eine Bombe. Eine Frage hing nach dem Set im Raum: Wie soll Machine Head das noch toppen können?

Laut, lauter, Machine Head
Die Antwort lieferten kurz darauf Robb Flynn, Adam Duce, Phil Demmel und Dave McClain persönlich. In wahrhaft ohrenbetäubender Lautstärke (was hat sich der Tontechniker dabei wohl gedacht?) dröhnten die ersten Takte von "Clenching the Fists of Dissent" aus den Boxen. Und war die Stimmung bei Hatebreed schon großartig, so schien das Gasometer nun vollends überzukochen. Die anwesenden Metal-Heads schrien, sangen, hüpften, tobten – sie verwandelten die Halle in einen wahren Hexenkessel, den man so in Wien erst selten gesehen hat. Das überwältigende Feedback blieb natürlich auch auf der Bühne nicht unbemerkt, und Frontmann Robb bedankte sich mehrmals herzlich während der Show für die entgegengebrachte Zuneigung der Fans.

Als besonderes Zuckerl servierten die Maschinenköpfe ihren Anhängern dann "A Nation On Fire" vom über 15 Jahre alten Debütalbum "Burn My Eyes". "Ein Stück, das wir seit sieben Jahren nicht mehr live gespielt haben", wie Sänger und Gitarren-Held Flynn anmerkte. "Ten Ton Hammer", "Now I Lay Thee Down" und "Struck A Nerve" sollten noch vergehen, bis die sowieso bereits aufgeheizte Stimmung endgültig überkochte. Zu "Aesthetics Of Hate" holte die Band einen Zuschauer auf die Bühne, der das ganze Konzert über in der ersten Reihe gestanden war und auf einem Handtuch Machine Head darum bat, den Song mit ihnen spielen zu dürfen. "Du glaubst, du hast das drauf?", fragte Flynn, um Peter dann auf die Bühne zu helfen und ihm seine Gitarre zu überlassen.

"Guitar Hero" aus dem Publikum
Und Peter hatte es drauf: Nach einem kurzen Briefing von Lead-Gitarrist Demmel bretterte der Fan mit der Band durch den Kracher von der aktuellen Platte "The Blackening". Die Band freute sich sichtlich über das gelungene Experiment, Peter freute sich, mit seinen Idolen auf der Bühne gestanden zu sein, und das Publikum freute sich über den gelungenen Song und die Spontanität der Band. So einfach kann es sein, alle zufriedenzustellen. In tiefstes Rot getaucht zeigte sich im Anschluss die Bühne bei der – für Machine-Head-Verhältnisse – ruhigen Nummer "The Burning Red". Robb Flynn startet in den Song mit viel Gefühl und brachte ihn im Anschluss gemeinsam mit seinen Bandkollegen zum Explodieren.

Als Zugabe bekamen die Fans dann noch "Halo" und den heiß ersehnten Klassiker "Davidian" serviert. Mit diesem letzten tobenden Aufbäumen und dem bereits eingangs erwähnten "Let Freedom Ring With a Shotgun Blast" entließ Machine Head ihre Fans in die kalte Winternacht – natürlich nicht, ohne sich nochmals für die frenetischen Reaktionen ihrer Anhänger zu bedanken und einen weiteren Fan – diesmal unter einer Homer-Simpson-Maske – auf die Bühne zu holen.

Auf neues Material der Metaller müssen Fans übrigens nicht mehr ewig warten: Flynn kündigte an, sofort nach Beendigung der laufenden Tour in drei Wochen ins Studio gehen zu wollen. Ach, Vorfreude ist eben doch die schönste Freude.

von Stefan Taferner
Fotos: Andreas Graf

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