Fr, 24. November 2017

Festspiel-Affäre

09.02.2010 10:18

Unternehmer musste für Aufträge Schmiergeld zahlen

In der Festspiel-Affäre sind neue Vorwürfe aufgetaucht. Ein Salzburger Unternehmer sagte am Montagabend in einem TV-Interview, er habe einem Mitarbeiter der Sommerfestspiele Schmiergeld zahlen müssen, um Aufträge zu bekommen oder zu behalten.

Der Unternehmer, der anonym bleiben will, berichtete, dass er bei einem Festspielmitarbeiter "Körberlgeld" habe zahlen müssen, um Aufträge zu bekommen oder zu behalten. Zuerst seien es nur erhöhte Trinkgelder gewesen, dann unverschämte Geldbeträge, so der Unternehmer. (Stellungnahme von Helga Rabl-Stadler siehe Infobox!)

15 Jahre Lieferant der Festspiele
Die Salzburger Festspiele engagieren viele Fremdfirmen, um etwa die aufwendige Bühnentechnik bewerkstelligen zu können. Um diese Aufträge kümmert sich die technische Abteilung des Festivals. "Ich war seit langer Zeit - etwa 15 Jahre - Lieferant der Salzburger Festspiele in der Technik", schilderte der Unternehmer in der ORF-Sendung "Salzburg heute".

"Es hat, glaube ich, nie Probleme gegeben. Auf jeden Fall ist mir nie etwas zu Ohren gekommen - weder dass ich zu teuer war noch zu unzuverlässig oder sonst irgendetwas. Ich habe mich auch immer bemüht, die Salzburger Festspiele so zu betreuen, wie es sich gehört."

"Die Größenordnung war nicht mehr finanzierbar"
Allerdings habe es in den "letzten Jahren da einen Herrn gegeben (es handelt sich nicht um Klaus Kretschmer, Anm.), da war eine Auftragsvergabe schon immer mit einem - nennen wir es einmal so - ein bisschen erhöhten Trinkgeld verbunden". Die "erhöhten Trinkgelder" definierte der Unternehmer so: "Früher waren es einmal ein, zwei Hunderter für die Mannschaft oder einmal ein Fass Bier oder so etwas."

"Und dann hat ein gewisser Herr gewisse Rechte in der Firma bekommen", erinnerte sich der Unternehmer. "Und der ist unverschämt geworden. Die Größenordnung ist so gewesen, dass sie für mich nicht finanzierbar war. Und ich habe dann gesagt: Wir lassen das Ganze. Das ganze Geschäft war dann halt vorbei."

"Da war ich weg"
Die Gelegenheiten, bei denen der Festspielmitarbeiter mehr Geld verlangt habe, beschrieb der Unternehmer so: "Bei größeren Investitionen nicht, denn da sind sie ja meistens zu zweit oder dritt gewesen. Aber derjenige ist dann halt die nächsten paar Tage so rein zufällig bei mir vorbeigekommen. Und irgendwann bin ich einmal explodiert und habe gesagt, ich mag nicht mehr - aus, es gibt nichts. Von da an war ich weg", so der Unternehmer im Interview.

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