Mi, 13. Dezember 2017

"Cold Case" in Linz

04.02.2010 14:21

Beschwerde doch abgeblitzt: Jetzt wird Mörder gejagt!

Abgeblitzt! Das Linzer Oberlandesgericht hat nun entschieden, dass sehr wohl gegen den mehrfach vorbestraften Sextäter Anton W. (52) wegen Mordverdachts ermittelt werden darf: Er könnte vor 17 Jahren die Salzburgerin Silke Schnabel (17) ebenso erwürgt haben, wie schon vor 25 Jahren die Linzerin Gabi Blaha (25).

Cold Case - kein Opfer ist je vergessen: Am 16. Oktober 1985 war an der Linzer Hofgasse das Strichmädchen Gabi misshandelt, erwürgt und erstochen worden. Und genauso abscheulich abartig missbraucht wie am 11. Juli 1992 die Nachtbummlerin Silke am Salzachufer. Wo splitternackt und stockbetrunken der Ex-Häftling Anton gefunden wurde, der das Blouson des Opfers und einen blutverschmierten Gürtel hatte.

Silkes letzter Begleiter wurde deshalb sofort verhaftet und verhört, war aber trotz erdrückender Indizienkette vier Monate später wieder frei: Verfahren eingestellt.

Ohne formelle Wiederaufnahme dürften keine neuerlichen Mordermittlungen gestartet werden, beschwerte sich im Herbst der Verteidiger des Verdächtigen bei der Justiz. "Abgewiesen", urteilte nun das Linzer Oberlandesgericht. "Jetzt kann die Staatsanwaltschaft weiterarbeiten", freut sich der Opfer-Anwalt Stefan Rieder über diesen Etappensieg in Richtung Gerechtigkeit.

Die verbitterten Angehörigen haben mit dem "Weißen Ring" eine Wiederaufnahme beantragt. Dazu werden Beweismittel analysiert, Vorstrafenakte studiert, Obduktionsgutachten verglichen und der bekannte Profiler, Autor und Kriminalpsychologe Thomas Müller eingeschaltet, um den Verdächtigen zu begutachten.

Kronen Zeitung

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