Mo, 20. November 2017

Ein Baustopp droht

27.01.2010 11:29

Biber „besetzen“ in Lehen Baustelle für Salzach-Kraftwerk

Biber könnten jetzt zum Stolperstein für das bereits genehmigte Salzach-Kraftwerk in Lehen werden. Die geschützten Tiere haben sich nämlich am linken Ufer, genau im Baustellenbereich angesiedelt. Nach Ansicht von Naturschützern könnte das gesamte Verfahren neu aufgerollt werden. Biber darf man nicht umsiedeln.

Es sind nicht Demonstranten wie seinerzeit in der Hainburger Au, die nun die Baustelle des  Salzach-Kraftwerks besetzt haben. Es sind kleine, streng geschützte Nager, die das Ufergehölz am Fluss für sich als Lebensraum entdeckt haben. Und dadurch könnte das gesamte Projekt in Frage gestellt werden.

Entdeckt hat die Biber die Salzburger Biologin Karin Widerin: "Manche Nagespuren stammen bereits aus dem Winter 2008/2009." "Man hätte also," so Hannes Augustin vom Naturschutzbund, "die Kraftwerksbaustelle wohl etwas genauer unter die Lupe nehmen müssen. Und nach heutiger Gesetzeslage ist ohnehin eine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung zwingend vorgeschrieben."

"Dürfen nicht gejagt oder umgesiedelt werden"
Für die Naturschützer ist der Kraftwerksbau vorläufig auszusetzen, die rechtlichen Konsequenzen sind unklar. Hannes Augustin: "Biber dürfen nicht gejagt, eingefangen oder umgesiedelt werden." Sein Appell an den Landes-Naturschutz: Er möge prüfen, wie die scheuen und nachtaktiven Tiere geschützt werden können.

Im benachbarten Deutschland wurde die Autobahn A49 wegen Kamm-Molchen verlegt, die 17 Gramm schwere Hufeisennase (eine Fledermaus) verhinderte die Elbbrücke. Hannes Augustin: "Man kann gespannt sein, wie Salzburg jetzt mit den Bibern mitten in der Landeshauptstadt umgeht."

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