Do, 19. Oktober 2017

VCÖ-Studie deckt auf

23.01.2010 12:42

55 % der Niederösterreicher sind Öffi-Muffel

Mehr als die Hälfte der Niederösterreicher sind echte Öffi-Muffel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Verkehrsclubs (VCÖ). Gleich 55 Prozent nutzen die Transportmittel im Alltag nicht. Der Grund dafür ist laut Experten, dass in vielen Regionen das Angebot einfach ungenügend sei. Daher forderte der VCÖ ein Lückenschlussprogramm für den öffentlichen Verkehr.

Rund 2,9 Millionen Österreicher über 15 Jahre fahren im Alltag nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bundesweit entspricht das 42 Prozent der Bevölkerung. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass es zwischen den Bundesländern große Unterschiede gibt. In Wien etwa fahren nur neun Prozent im Alltag nicht mit den Öffis, während es etwa im Burgenland ganze 57 Prozent sind.

Das Angebot bestimmt die Nachfrage
In jenen Bundesländern, wo mehr investiert und die Anzahl der Bahn- und Busverbindungen erhöht wurde, fahren deutlich mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, betonte der VCÖ. So fahren 65 Prozent der Wienerinnen und Wiener täglich bzw. mehrmals die Woche mit den Öffis, auf Platz sieben im Ranking liegt Niederösterreich, wo lediglich 18 Prozent derart häufig mit Bahn und Bus unterwegs sind; Schlusslicht ist Kärnten mit 13 Prozent.

VCÖ fordert Lückenschlussprogramm für Öffentlichen Verkehr
Bestehende Bahnlinien müssten nicht nur zu erhalten, sondern modernisiert werden. "Die Bahn ist das Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs. Der Bus ist die ideale Ergänzung für jene Gebiete, wo es kein Schienennetz gibt. Und davon gibt es in Österreich sehr viele", so VCÖ-Experte Martin Blum.

Für die Finanzierung brauche es eine stärkere Unterstützung der Gemeinden und Länder durch den Bund. Das sei nicht nur aus Klimaschutzgründen wichtig. Internationale Energieexperten rechnen für die kommenden Jahre mit einem massiven Anstieg der Erdölpreise. "Fehlt ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz dann werden sich viele Menschen Mobilität nicht mehr leisten können. Daher ist die Politik gefordert, die bestehenden Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz rasch zu schließen", stellte Blum fest.

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