So, 19. November 2017

13 Verhaftungen

21.01.2010 13:12

Schlepper-Bande schleuste 700 Menschen ins Land

Ermittlern im Bereich Menschenhandel ist es gelungen, eine 13-köpfige Schlepperbande auszuforschen. Diese hatte sich darauf spezialisiert, illegale Migranten aus dem Kosovo, Albanien und Serbien gegen hohe Geldbeträge nach Österreich einzuschleusen. Auch Italien, Schweiz, Frankreich, Belgien und Deutschland sollen Zielländer der Schlepper gewesen sein.

Die Bande dürfte rund ein Jahr aktiv gewesen sein: In dieser Zeit führten sie 76 Schleppungen über Ungarn und Österreich durch – das Landeskriminalamt spricht von mindestens 700 illegalen Migranten. Pro Schleppung sollen zwischen acht und 40 Menschen eingeschleust worden sein.

Bis zu 3.500 Euro pro Transport - teils im Kofferraum versteckt 
Die Kosten für den "Dienst" dürften sich – je nach Zielland – auf 2.000 bis 3.500 Euro pro Person belaufen haben. Die Fahrer sollen ebenfalls nach der Fahrtstrecke bezahlt worden sein. Nach dem Transport wären die Geschleppten selbst für Unterkunft und Verpflegung verantwortlich gewesen. Die kriminelle Organisation soll auf diese Weise mindestens 2,1 Millionen Euro eingenommen haben.

Bei den geschleppten Menschen handelte es sich überwiegend um Kosovo-Albaner, die mit Pkws und Kleinbussen transportiert wurden – teils sogar im Kofferraum unter menschenunwürdigen Umständen. Auch Minderjährige sollen sich unter den Geschleppten befunden haben.

Hausdurchsuchungen führten zu den Verdächtigen
Bei zwei Hausdurchsuchungen konnten sieben verdächtige Kosovaren im Alter von 21 bis 32 Jahren, ein 20-jähriger Bulgare und eine 44-jährige Österreicherin festgenommen werden. Letzere soll die Freundin eines Haupttäters gewesen sein und in einem Pflegeheim gearbeitet haben. In einer der Wohnungen befanden sich außerdem zehn Kosovaren, die anschließend um Asyl ansuchten. Auch das Landeskriminalamt Salzburg konnte Verdächtige festnehmen. Die Beschuldigten zeigten sich bei Einvernahmen im September 2009 großteils geständig und wurden in die Justizanstalt Wr. Neustadt eingeliefert.

Durch die Aussagen sowie der sichergestellten Beweismittel und Daten konnten im Jänner 2010 schließlich noch ein Staatenloser und ein weiterer Kosovare verhaftet werden. Zwei weitere Verdächtige konnten der kriminellen Bande noch zugeordnet werden.

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