So, 17. Dezember 2017

Fall spitzt sich zu

21.01.2010 15:12

Mehr als 13.000 Unterschriften für Pongauer Flugretter

Immer breiter wird die Front für den Weiterbestand von "Heli Austria": Am Mittwoch übergaben Roy Knaus und seine Kollegen Bundeskanzler Werner Faymann mehr als 13.000 Unterstützungserklärungen. Am Donnerstag brachte der Anwalt des Flugunternehmens, Christian Ortner, eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ein.

Mittwoch, 13.30 Uhr: Österreichs Hoteliers tagen in Zell am See. Im Ferry-Porsche-Congress-Center warten die Präsidenten Sepp Schellhorn und Peter Peer auf die Ankunft von Werner Faymann und Reinhold Mitterlehner. Der Bundeskanzler und der Wirtschaftsminister sind zu Vorträgen eingeladen.

Faymann: "Werde es mir durchlesen..."
Draußen vor dem Gebäude steht Roy Knaus (Bild), der mehr als 13.000 Unterschriften in Händen hält. Es ist ein hoher Papierstapel von Unterstützungserklärungen, die im Internet wie bei den Menschen direkt gesammelt wurden. Als die Politiker eintreffen, halten die Mitarbeiter Transparente hoch. "Gegen Amtsmissbrauch", "Für Fair Play" und "Gesicherte Arbeitsplätze" steht da zu lesen. "Vielen Dank", sagte Faymann bei der Übernahme des Pakets, "ich werde es mir durchlesen..."

Knaus-Flugretter Gerhard Eder zur "Krone": "Der nächste Schritt für uns ist, dass uns die Einsatzleitung des Salzburger Roten Kreuzes alarmiert. Wir wollen die Zusammenarbeit, wir sind ja nicht schuld an dieser Misere. Und die Tiroler Einsatzleitung verständigt uns..."

Bei diesem Punkt hakt erneut die Austro Control ein, fordert Unterlagen zur "Einleitung eines Ermittlungsverfahrens": "Aufgrund konkreter Hinweise wurden angeblich Rettungsflüge mit dem Baumuster AS355 vom Standort Matrei (Osttirol) am 19. Jänner 2010 durchgeführt." Firmen-Anwalt Wolfgang Berger: "Absurd. Die Austro Control tut so, als hätten wir eine Rechtsverletzung begangen."

Staatsanwaltschaft ermittelt
Christian Ortner, Knaus-Anwalt in Tirol, hat nun bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eine Anzeige "wegen des Verdachtes des Amtsmissbrauchs und der Korruption gegen unbekannte Täter im Kreise der Austro Control Gesellschaft" eingebracht. "Wir ermitteln", sagte Sprecherin Barbara Feichtinger am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft werde die Sachverhaltsdarstellung vom 18. Jänner 2010 nun prüfen und den Zuständigkeitsbereich eruieren, erklärte die Staatsanwältin. Möglicherweise wird der Fall an die Korruptionsstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Auch Salzburgs Wirtschaftsreferent LHStv. Wilfried Haslauer hat gemeinsam mit Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bereits eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs bei der Austro Control an die Ermittlungsbehörde geschickt.

Anzeige laut Austro Control "substanzlos"
Als "substanzlos" bezeichnete die Austro Control die eingebrachte Anzeige von Rechtsanwalt Ortner. Die Vorwürfe seien haltlos, die Anzeige werde zur Einstellung des Verfahrens führen, erklärte Unternehmenssprecher Peter Schmidt am Donnerstagnachmittag. "Austro Control handelt auf Basis der geltenden Rechtslage und vollzieht die Verordnung des Verkehrsministeriums (AOCV 2008). Daraus einen Verdacht auf Amtsmissbrauch abzuleiten, ist absolut nicht nachvollziehbar", so der Unternehmenssprecher.

von Harald Brodnig, Wolfgang Weber (Kronen Zeitung) und krone.at

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