So, 22. Oktober 2017

"Suppe zu dünn"

16.01.2010 18:54

Raubüberfall bleibt ungesühnt – keine Anzeige

"In St. Pölten ist es schöner!" Vom Hafturlaub kam ein Kasache nicht zurück ins Gefängnis Krems-Stein. Nun wurde der mutmaßliche Serientäter in der Landeshauptstadt geschnappt. Ein möglicher Überfall des Verdächtigen auf einen Supermarkt dürfte aber ungesühnt bleiben: Dem Staatsanwalt ist die "Suppe zu dünn"!

Ein "Messer-Mann" war in einen Supermarkt gestürmt und hatte Geld verlangt. Die resolute Kassierin schlug den Unbekannten allerdings in die Flucht – die "Krone" berichtete über den Überfall.

Kasache geschnappt
Nach dem Coup hefteten sich erfahrene Kriminalisten aus St. Pölten auf die Fersen des Täters. Nach langwierigen Untersuchungen klickten jetzt die Handschellen. In Haft genommen wurde ein 34-jähriger Mann aus Kasachstan. "Er kam von einem Haftausgang nicht mehr zurück nach Krems und lebte seitdem als U-Boot bei einer Freundin am Mühlweg."

Anklage bleibt aus
Seinen Lebensunterhalt dürfte der Mann mit kriminellen Machenschaften finanziert haben. Die Fahnder konnten sogar nachweisen, dass der Kasache knapp vor dem Supermarkt-Coup in einem Einrichtungshaus ein Messer-Set gestohlen hatte. "Dabei kam er wahrscheinlich an die Tatwaffe", vermutet ein Gesetzeshüter. Der Überfall auf die Kassierin bleibt allerdings ungesühnt, denn dem Staatsanwalt sind die Beweise nicht genug: Es gibt (derzeit) keine Anklage für diesen Coup.

Der vermeintliche Räuber bleibt aber trotzdem in Haft: Er muss noch die Reststrafe in Krems absitzen – und für das "unentschuldigte Fernbleiben" gibt es wohl noch einige Monate drauf.

von Lukas Lusetzky und Mark Perry, Kronen Zeitung

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