Mo, 20. November 2017

Wer soll zahlen?

14.01.2010 10:20

Alleinerziehender Vater kämpft um Schulbus ins SPZ

Ein alleinerziehender Vater, dessen beeinträchtigter Sohn im Sonderpädagogischen Zentrum (SPZ) in Oberndorf betreut wird, kämpft um den Schul-Transport für seinen Buben. Weil die Familie wenige Kilometer über der Landesgrenze wohnt, gibt es kein Geld.

Als ob die Familie aus Gstaig bei Feldkirchen in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze, nicht schon genug Sorgen hätte: Vor wenigen Monaten starb die Mutter, jetzt kümmert sich der berufstätige Vater allein um seine Kinder.

Der ältere der beiden Buben besucht die Hauptschule in Eggelsberg. Der jüngere, der neunjährige Sebastian, war eine Frühgeburt und ist körperlich eingeschränkt. Deshalb geht er in das SPZ in Oberndorf. Und weil der Vater tagsüber bei Palfinger in Lengau arbeitet, bleibt Sebastian an zwei Tagen die Woche auch am Nachmittag noch in der Schule.

Plötzlich fehlt das Geld
Genau dieser Umstand stellt den 42-Jährigen jetzt aber vor eine logistische Herausforderung: Während der Schulbus in der Früh noch nie ein Problem war, wurde Sebastian auch an den beiden Nachmittagen immer mit dem Schülerbus nach Hause gebracht. Bis jetzt. Denn genau dafür fehlt nun auf einmal das Geld.

Die Auskunft der Behörden gegenüber der Familie: Der Transport für Sebastian würde mehr Geld kosten als dem Buben zusteht. Konkret würde der Schülerbus an jenen beiden Wochentagen nur für Sebastian einmal von Bürmoos und einmal von Nußdorf weg die lange Fahrt ins benachbarte Oberösterreich zurücklegen – und das sei zu teuer. Auch weil die Familie über der Landesgrenze wohnt.

Schnelle Lösung gefordert
Der Vater zur "Krone": "Jetzt muss ich jedes Mal jemanden organisieren, der meinen Sohn von der Schule abholen kann. Das ist oft nicht so leicht…" Direktorin Maria Sam, die immer mit besonderer Umsicht auf ihre Schützlinge schaut, weiß: "Wir brauchen eine schnelle Lösung. Dem Vater ist diese Situation so nicht zuzumuten. Es wäre schön wenn in der Not geholfen wird."

Mühlen der Bürokratie
Doch so einfach scheint es nicht zu sein bei einem Anliegen, das zwei Bundesländer betrifft. "Da ist man schnell in der Bürokratie gefangen", hofft der Vater noch auf Unterstützung. Eine "Krone"-Anfrage beim mitunter zuständigen Finanzamt blieb am Mittwoch unbeantwortet.

von Max Grill, Kronen Zeitung

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