Do, 19. Oktober 2017

"Lasst ihn fliegen!"

14.01.2010 09:30

Tausende sprechen sich via Facebook für Roy Knaus aus

5.000 Menschen haben bereits via Facebook bekundet: "Lasst Roy Knaus und seine Rettungshubschrauber weiter fliegen!" 71 Knaus-Mitarbeiter bangen in der Zwischenzeit um ihren Job. Firmen-Anwalt Wolfgang Berger bekräftigt: "Nicht Roy Knaus, die Austro Control hat einen fatalen Fehler gemacht."

Über 5.000 Facebook-User sind bereits der Gruppe "Lasst Knaus fliegen, ich will mit Verletzungen schnell gerettet werden!" beigetreten. Darunter auch 500 Osttiroler, die Knaus so schnell wie möglich wieder an seinem Standort in Matrei haben wollen. Denn niemand versteht, warum Knaus-Hubschrauber bis zum 31. Dezember fliegen durften und am Tag darauf nicht mehr sicher genug für einen Rettungseinsatz sein sollen.

"Ministerium und Austro Control haben bei ihren Vorarbeiten für die kommende Ausschreibung der Flugrettung in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg ein wenig über das Ziel hinaus geschossen", ist Wolfgang Berger, Anwalt von Roy Knaus überzeugt: "Und ganz offenbar war ein Ziel, dass dabei Roy Knaus gar nicht mehr zum Zug kommen kann…"

Betriebshinweis änderte alles
Denn bereits am 11. August 2009 bestätigte die EASA (Europäische Luftfahrtbehörde), dass alle Knaus-Helikopter für Rettungsflüge geeignet sind! Bis die Austro Control drei Tage vor der Jahreswende noch schnell einen "Betriebshinweis" ins Netz stellte, der die Hubschrauber-Baumuster über die Leistungsklassen stellte.

Schlamperei oder mutwilliger Akt?
"Unter der Berücksichtigung der damals bestehenden Zertifizierungslage", so Anwalt Wolfgang Berger, erhebt sich die Frage: "War die Ausgrenzung der Knaus-Maschinen nur eine Schlamperei der Austro Control oder ein ganz bewusster, mutwilliger Akt?" Für den Knaus-Anwalt scheint klar: "Die Austro Control kann und muss das ganze Dilemma lösen. Dazu reichen zwei Zeilen, mit denen sie ihren einseitigen Betriebshinweis vom 28.12. ergänzt. Und sofort kann Roy Knaus wieder abheben."

ÖAMTC-Hubschrauber in der Kaserne
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat laut dem Salzburger Militärkommandanten persönlich angefragt, ob der ÖAMTC in der Krobatin-Kaserne einen Landeplatz bekäme: "Kein Problem von Seiten des Heeres." Landesvize Wilfried Haslauer bleibt dabei: "Ich setze mich weiter für Roy Knaus ein. Er soll weiter fliegen!"

Ruf- und Kreditschädigung
Wolfgang Ortner, Tiroler Knaus-Anwalt, ortet indes in zahlreichen Falschaussagen über seinen Mandanten, die zuletzt in der Öffentlichkeit auch von einer Hilfsorganisation gefallen sind, Ruf- und Kreditschädigung: "Neben Knaus haben auch andere Unternehmen wie ARA, Flymed oder der Christophorus Flugrettungsverein ihre Flotten nicht auf den Eurocopter 135 umgestellt. Auch sie sind betroffen." Und Knaus hat aufgerüstet: Um 1,2 Millionen Euro die MD900 in Hinterglemm, auch der Osttiroler "Martin" bekam stärkere Triebwerke um 700.000 Euro.

"Leistungsmäßig können unsere Maschinen mit allen mithalten, die in Österreich fliegen oder sie übertreffen sie sogar", sagt Roy Knaus. "Nur Bürokraten wollen uns verhindern…"

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
Bild: Roy Knaus und seine Büro-Damen Esther, Dorli, Anita, Rita, Ingrid, Saskia

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