So, 19. November 2017

Verdächtiger in Haft

13.01.2010 09:20

Mordopfer (28) lebte in Angst vor Ex-Mann

Er habe mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen wollen – die Mutter habe das verweigert. Das war, laut Geständnis, das Motiv für den Blutrausch, in den der Ex-Mann der ermordeten Türkin in Wels geraten sein soll. Das Opfer wurde geschlagen, mit dem Kabel gewürgt und einem Dutzend Stichen umgebracht.

Nach der tödlichen Aussprache soll der Verdächtige seine blutigen Hände im Schnee abgewischt haben. Die Beziehung des türkischen Paares war eine Achterbahn der Gefühle. Letztendlich ließ sich die Frau vor drei Jahren von ihrem Mann scheiden, der zu dieser Zeit wegen Drogenkonsums den Führerschein verloren haben soll.

Drogenproblem
"Zwei Jahre griff er keine Drogen an, aber vor einem Monat hat er wieder angefangen", sagten die zwei Brüder, mit denen der Verdächtige in Marchtrenk lebte.

Der Kontakt zur "Ex" in Wels blieb problematisch. Im August 2008 gab es eine Anzeige, weil der mutmaßliche Mörder sie bedroht und angegriffen habe. Angeblich soll er sie in der Türkei auch einmal zu töten versucht haben.

Opfer lebte in Angst
Vergangenen Sonntag war das Opfer besorgt, als sich ihr "Ex" einen Tag vor einer Sorgerechtsverhandlung gegen 20 Uhr zu Besuch angekündigt hatte. Sie telefonierte mit ihren Eltern, die drei Stockwerke über ihr wohnen, lehnte aber Schutz ab. Seinen Brüdern sagte der Verdächtige, dass er spazieren gehe.

Weil er nicht heimkam, wollte ein Bruder ihn anrufen – kam aber nicht durch. Da war der Verdächtige schon in der geschlossenen Abteilung der Welser Psychiatrie, nachdem er im Drogenrausch auf der Autobahn herumgekurvt sein soll. Seine Ex-Frau lag tot in der Wohnung – im Nebenzimmer schlief ihr Sohn (4).

Die Türkin wird in ihrer alten Heimat bestattet, ihr Ex-Gatte ist derzeit in der Landesnervenklinik. Er ist laut Polizeiangaben geständig.

von Markus Schütz, "OÖ-Krone"

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