Mi, 18. Oktober 2017

Total unkoordiniert

07.01.2010 14:54

Bus und Bahn: Die neuen Fahrpläne haben’s in sich

Salzburgs neue Fahrpläne haben's in sich: So kommt der Regionalexpress exakt dann an, wenn die S-Bahn, in die man umsteigen möchte, davonfährt - und wer gar vom Stadtbus in die S-Bahn wechselt, muss bis zu 18 Minuten lang warten. "Vieles ist völlig unkoordiniert", sagt Nationalökonom und Verkehrsexperte Volker Rothschädl.

Vom Umland staufrei an jeden beliebigen Punkt der Stadt gelangen - hochgelobt wurde die S-Bahn von ÖBB und Politik. Die Wirklichkeit für Tausende Pendler sieht etwas anders aus, weiß der Ex-Uni-Professor Volker Rothschädl: "Zwei Mal, zu den Minuten 19 und 44, haben es die ÖBB am Hauptbahnhof geschafft, dass der Regionalexpress einfährt und gleichzeitig die S-Bahn, in die Fahrgäste umsteigen könnten, davonfährt."

Rothschädl kritisiert: "Wenn man vom Süd-Ast, mit der S3 kommt und nach Straßwalchen in die S2 umsteigen will, so beträgt die Wartezeit einmal vier, mehrmals aber zwischen 29 und 59 Minuten." Pendler, die vom Bus in die S-Bahn wechseln, lässt man ebenfalls an den Stationen dunsten. Wer von Gnigl, Parsch oder Hellbrunn mit dem Bus zum Bahnhof fährt, um von dort in die S3 Richtung Europark umzusteigen, wartet zwischen 16 Minuten (Obus-Linie 2) und 18 Minuten (Bus-Linie 25) auf die Weiterfahrt.

Auch Fahrplanheft fehlerhaft
Doch damit nicht genug: Im neuen, seit dem 13. Dezember gültigen, Fahrplanheft haben sich auch zahlreiche fatale Fehler eingeschlichen. So wurde bei der S-Bahn-Linie 3 am Bahnhof Gnigl die Bus–Linie 20 als direkte Umsteigemöglichkeit zum Europark eingezeichnet. Nur: Der "20er" fährt von der Akademiestraße ins Einkaufszentrum. Nach Gnigl kommt er nie.

ÖBB-Sprecher Johannes Gfrerer beteuert: "Die S-Bahn mit den neuen Stationen ist ein Meilenstein im Nahverkehr. Probleme, die anfangs auftreten, werden wir so bald als möglich beheben."

von Wolfgang Weber, "Kronen Zeitung"
Symbolbild

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