Fr, 24. November 2017

Zu unsicher?

07.01.2010 12:50

Streit um Mängel bei der Flugrettung tobt weiter

71 Mitarbeiter in Salzburg und Tirol musste Unternehmer Roy Knaus zur Kündigung anmelden, weil wegen nicht erfüllter Sicherheitsstandards ein Flugverbot für seine Hubschrauber gilt. "Eine willkürliche Gesetzgebung", hatte Knaus im "Krone"-Interview kritisiert. Dagegen setzt sich die Austro Control natürlich zur Wehr.

"Krone"-Leser kennen die Vorgeschichte: Mit 1. Jänner 2010 trat eine EU-Richtlinie in Kraft, die komplett neue Sicherheitsstandards für Helikopter im Rettungsdienst vorschreibt. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte die Austro Control (ACG), die zuständige Behörde für Flugsicherung in Österreich, eine Ergänzung zu diesem neuen Sicherheitsgesetz.

Genau dieser Zusatz ist es aber, der laut Heli-Unternehmer Roy Knaus das Aus für die privaten Flugretter bedeutet und seine Hubschrauber in Bad Gastein und St. Johann am Boden festnagelt. "Wir erfüllen die Standards des neuen Gesetzes. Doch die Austro Control hat in dieser Ergänzung die Zertifizierung verschärft. Begründung ist die besondere Topographie", sagte Knaus im "Krone"-Interview - und sprach von "willkürlicher Anlassgesetzgebung".

Austro Control: "Vor eineinhalb Jahren informiert"
Dagegen wehrt sich die Behörde aber vehement. Horst Hasenhütl, Leiter der Abteilung Flugbetrieb und Flugtechnik in der Austro Control: "Wir machen nicht die Gesetze, wir setzen sie nur um!" Hasenhütl betont: "Alle acht Flugrettungs-Unternehmen wurden vor eineinhalb Jahren über die Richtlinie informiert, dass nur mehr Helikopter mit bestimmter Leistungsklasse fliegen dürfen. Es liegt uns fern, mit Willkür zu walten oder gar Unternehmer ruinieren zu wollen. Auch andere Betreiber mussten umrüsten. Es trifft alle gleich, mit denselben Chancen und Risken. Dass man uns prügelt, ist nicht in Ordnung."

Nur mehr drei Helikopter in Salzburg
FPÖ-Klubchef Karl Schnell kontert: "Das Gesetz wurde offensichtlich auf den Eurocopter, eine EADS-Tochterfirma, zugeschnitten." In Salzburg dürfen jedenfalls nur mehr drei Rettungshelikopter starten: Der "C6" in Salzburg, der "Alpin-Heli" in Zell am See und der "Martin1" in Saalbach. Für Landesrettungskommandant Anton Holzer "ist das völlig ausreichend."

von Max Grill ("Kronen Zeitung") und krone.at

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