Do, 23. November 2017

Exekutive im Visier

04.01.2010 14:59

Verteidigerin der Linzer Serientäter beschuldigt Polizei

Zwei Phantom-Bilder und 25 Cobra-Leute haben einen weiteren Bankraub der Linzer Serientäter Christian (24) und Alexander L. (26) nicht verhindern kännen: „Die Polizei hätte nicht zuwarten dürfen, sondern zugreifen müssen, um die Opfer zu schützen“, gibt die Verteidigerin den Verfolgern des Brüderpaares eine Mitschuld.

Die Wiener Anwältin Irmtraud Oraz beantragte die Enthaftung ihrer Mandanten, die neun Raubgeständnisse widerrufen haben. Sie erstattete auch eine Strafanzeige wegen Mordversuchs gegen jenen Privat-Sheriff, der am 4. Dezember in Blindenmarkt (NÖ) die Flüchtenden beschossen und einen Täter troffen hatte.

Jetzt schießt sich die Verteidigerin auf Justiz und Exekutive ein, die dem Linzer Brüderpaar schon seit März auf der Spur waren: „Wenn der Verdacht berechtigt gewesen wäre, hätten die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt die gesetzliche Verpflichtung gehabt, sofort einzugreifen.“

„Das Gesetz gebietet uns nicht nur, Straftaten zu verhindern, sondern auch aufzuklären“, weist der Linzer Polizei-Brigadier Anton Wachsenegger die Vorwürfe ebenso zurück wie Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl: „Eine Verdachtslage war zwar da,    aber nur mit einer Observation und Telefonüberwachung zu untermauern.“

Sicherheitsdirektor verteidigt Kripo und Cobra
Die Cobra hätte den Auftrag gehabt,  die Brüder zu beschatten und jeden Coup ohne Risiko zu  verhindern  – aber nach Blindenmarkt   sei nur einer der 25 Beschatter gefolgt. Ein Großaufgebot war jedoch bereits in Marsch gesetzt und in der Nähe postiert, so dass die Brüder dann rasch gefasst werden konnten: „Das polizeiliche Einschreiten ist rechtlich hieb- und stichfest“, verteidigt Lißl die Kripo und Cobra, die einen ganzen Monat lang den Räubern nachgefahren waren: Einmal sogar mit Tempo 250!

Christian und Alexander L. sollen 14 Coups mit sechsstelliger Beute am Kerbholz haben: Seit vor vier Jahren Postämter in Pasching und Leonding ausgeraubt worden waren, gab’s Phantombilder der Verdächtigen, die auch in Steyr, Oberwang und Allhaming  zugeschlagen haben dürften.

"OÖ Krone"

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