So, 19. November 2017

Brocken aus dem All

30.12.2009 10:37

Feuerkugel über Niederösterreich aufgezeichnet

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 19. Dezember, kurz nach Mitternacht, eine sogenannte Feuerkugel von der Meteorkamera in Oed bei Martinsberg aufgezeichnet worden. Hermann Mucke vom Astronomischen Büro Wien ist über dieses erste wirklich spektakuläre Ereignis für die Station erfreut: "Ein himmlisches Weihnachtsgeschenk." Die Meteorkamera in Oed war erst 2009 in Betrieb genommen worden.

Die Feuerkugel erleuchtete den nächtlichen Himmel nach ersten Auswertungen für über zwei Sekunden und erreichte Vollmond-Stärke. Noch können die Astronomen wenig über den Verursacher der Leuchterscheinung aussagen. Erst durch den Vergleich mit anderen Stationen - insgesamt drei haben das Ereignis erfasst - lassen sich Bahnberechnungen anstellen und damit auf die genaue Größe schließen.

Derzeit wird untersucht, ob Teile des Brockens als Meteorit auf die Erde gefallen sind. Sollte dies der Fall sein, könnten die Brocken dann auch gefunden werden.

Trümmer aus Asteroidengürtel
Feuerkugeln oder Boliden sind meist heftigere Erscheinungen am Himmel als die zarten Sternschnuppen. Letztere sind nämlich vergleichsweise winzige Staubteilchen von der Dreckspur eines Kometen, während Feuerkugeln durch größere Brocken verursacht werden. Oft handelt es sich dabei um Trümmer aus dem Asteroidengürtel, die aus ihrer Bahn gerissen und von der Schwerkraft der Erde eingefangen wurden.

Ab einer gewissen Größe verdampft der Bolide durch die Reibung mit den Luftmolekülen der Erdatmosphäre nicht vollständig. Ein mehr oder weniger großer Brocken bleibt übrig und fällt als sogenannter Meteorit zu Boden. Meteoriten sind nicht nur für Sammler interessant, sondern auch begehrte Objekte für die Forschung. Die Wissenschafter sind beispielsweise an der chemischen Zusammensetzung des ursprünglich außerirdischen Objektes interessiert.

Hinter Objektiv befindet sich Hochleistungsfilm
Das System in Oed verfügt über eine Art elektronischer Fernsehkamera, die laufend den Himmel beobachtet. Nur wenn es freie Sicht auf die Sterne gibt, schaltet sich auch die Fotokamera ein und öffnet den Verschluss. Hinter dem Hochleistungsobjektiv befindet sich nicht etwa ein elektronischer Chip - wie in Digitalkameras -, sondern ein guter, alter Hochleistungsfilm.

Symbolbild

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