Mo, 23. Oktober 2017

Polizei ermittelt

22.12.2009 11:30

NR-Abgeordneter soll Frau spitalsreif geprügelt haben

Keinen Weihnachtsfrieden gibt es wohl im Parlamentsklub der ÖVP, denn die Polizei ermittelt derzeit gegen eines seiner Mitglieder: Ein Nationalratsabgeordneter aus Niederösterreich soll seine Ehefrau am Wochenende spitalsreif geprügelt haben. Laut ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf bestreitet sein Parteikollege die Tat. "Wenn die Vorwürfe nicht restlos entkräftet werden, muss der Abgeordnete aber zurücktreten", stellte Kopf klar.

"Es stimmt, dass wegen einer Auseinandersetzung im familiären Bereich ermittelt wird", bestätigte die Sicherheitsdirektion Niederösterreich am Dienstag gegenüber noe.krone.at. Der Politiker wurde wegen dem "Vorfall mit häuslicher Gewalt" angezeigt. Am Mittwoch sollen die Erhebungen der Kriminalisten abgeschlossen sein.

Bevorstehende Trennung als Motiv?
Zum möglichen Motiv für die Auseinandersetzung schweigt die Polizei. Im Heimatort des Verdächtigen kursieren allerdings Gerüchte, wonach der Mann ausgerastet sei, weil sich seine Ehefrau von ihm trennen habe wollen.

"Causa muss restlos geklärt werden"
Gegenüber ÖVP-Klubobmann Kopf habe der Abgeordnete beteuert, seine Frau in keinster Weise geschlagen, nicht einmal berührt zu haben. "Die Causa muss jedenfalls restlos aufgeklärt werden", so Kopf am Rande des Ministerrats. Der VP-Klubchef merkte an, dass die Vorwürfe "sehr schwer" seien, sprach sich aber gegen Vorverurteilungen aus. Die ÖVP lehne Gewalt gegen Frauen und in der Familie jedenfalls ganz klar ab.
 
Neben Karlheinz Kopf forderte auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Rande des dienstägigen Ministerrates den Rücktritt des Mandatars, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Dies tat auch die Grüne-Frauensprecherin Judith Schwentner: "Es kann nicht sein, dass Gewalt gegen Frauen politisch konsequenzenlos bleibt." Sie forderte den ÖVP-Abgeordneten auch zu einer Stellungnahme auf - die freilich noch aussteht...

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