Fr, 24. November 2017

Nur eine Entzündung?

23.12.2009 12:49

Murphys Ehemann behauptet: Es war alles in Ordnung

Im Schlafzimmer von Brittany Murphy fanden sich Psychopharmaka, Antibiotika und Schmerzmittel. Die US-Schauspielerin war vor ihrem überraschenden Herztod extrem abgemagert und klagte über Bauchschmerzen, Grippe-Symptome und Kurzatmigkeit. Jetzt behauptet ihr Ehemann: Es sei alles in Ordnung gewesen. Sie hätte lediglich an einer Kehlkopfentzündung laboriert und diese mit Kräutertee, Ingwer und Zitrone behandelt.

In Interviews mit der US-Zeitschrift "People" und der TV-Sendung "Access Hollywood" hat der Fotograf und Drehbuchautor Simon Monjack drei Tage nach dem Tod seiner Frau Berichten widersprochen, wonach die bildhübsche junge Schauspielerin schwer krank gewesen sei. "Sie war nur müde am Ende des Jahres, weil sie zwei Filme gedreht hatte", so der Brite. Auch von Magersucht könne keine Rede sein. Die 32-Jährige sei von Natur aus schlank gewesen.

Kehlkopfentzündung?
Am Samstag vor ihrem Tod hätte seine Ehefrau lediglich mit einer Kehlkopfentzündung gekämpft und sei deshalb den ganzen Tag im Bett geblieben. Eingenommen habe sich nichts außer Kräutertee, Ingwer und Zitronensaft. Er hätte mit ihr gemeinsam drei Filme angesehen, weil Murphy als Mitglied der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" ihre Votings für die Oscar-Verleihung abgeben wollte.

Dass ihr Tod mit Drogen zusammenhängen könnte, wollte der 39-Jährige nicht kommentieren. "Wir alle wollen wissen, warum wir unser Baby verloren haben", soll der Brite weinend gesagt haben. Eine Obduktion hätte er lediglich abgelehnt, weil er nicht wollte, dass sie aufgeschnitten werde. "Ich konnte den Gedanken nicht ertragen und es brach ihrer Mutter das Herz. Wir haben aber erkannt, dass wir wissen müssen, woran sie starb."

Die Autopsie des Leichnams der Schauspielerin hat bisher nur ergeben, dass sie an Herzversagen starb und es keine Gewalteinwirkung gab. Die toxikologische Untersuchung werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Im Nachtkästchen der Schauspielerin sind zahlreiche Medikamente gefunden worden, die kombiniert durchaus einen Herzstillstand auslösen könnten. Darunter: Angstlöser, Anti-Depressiva und Schmerzmittel.

Gerüchte um Drogensucht
In den USA kursiert das Gerücht, Monjack habe ein Drogenproblem und könnte Murphy in diesen Sumpf hineingerissen haben. Vor einigen Wochen soll er selbst nur knapp dem Tod entronnen sein. Nach einer Puerto-Rico-Reise hatte er am Flughafen von Los Angeles einen Atemstillstand erlitten und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Er ließ damals wissen, es sei ein Asthma-Anfall gewesen.

Monjack und Murphy hatten sich 2006 verlobt und im Mai 2007 geheiratet. In einem ihrer letzten Interviews sagte Murphy, dass sie 2010 die Familie mit einem Kind komplettieren wolle.

Wiederbelebungsversuche scheiterten
Brittany Murphy starb am 20. Dezember an Herzversagen. Ihre Mutter Sharon hatte sie gegen 8 Uhr bewusstlos in der Dusche ihres Anwesens in den Hügeln der Filmmetropole Hollywood gefunden, nachdem die junge Frau am Tag zuvor über Unterleibsschmerzen und Kurzatmigkeit geklagt hatte. Der Star soll in seinem Erbrochenen gelegen haben.

Monjack verständigte den Notarzt. Zuvor soll er versucht haben, seine leblose Frau mit kaltem Wasser wieder aufzuwecken. Vergebens. Auch alle Wiederbelebungsversuche durch die Rettungskräfte scheiterten. Murphy starb auf dem Weg ins Cedars-Sinai Medical Center. Dort wurde sie um kurz nach 10 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) für tot erklärt.

Bruder erhebt schwere Vorwürfe
Murphys Halbbruder Jeff Bertolotti gibt Hollywood die Schuld am frühen Tod seiner Schwester. Er sagte, dass er seine Schwester seit 2001 nicht mehr gesehen habe, weil sich eine "Hollywood-Mauer" zwischen ihnen aufgestellt habe. Die Leute kämen in diese Stadt und würden lebendig aufgefressen werden. Es sei alles andere als normal, dass seine Schwester mit 32 gestorben sei. "Mit 32, da ist etwas Falsches passiert. Ich weiß nicht was... Da stimmt einfach etwas nicht."

Kutcher: "Stück Sonnenschein verloren"
Murphys Kollegen und Freunde trauern ebenfalls und wollen an ihrer Beerdigung teilnehmen. Ex-Freund Ashton Kutcher schrieb via Kurzmeldungsdienst Twitter: "Heute hat die Welt ein kleines Stück Sonnenschein verloren."

Das "People"-Magazin zitierte Jessica Simpson mit den Worten "Brittany Murphy war ein unglaublicher Sonnenstrahl. Ihr Lächeln wirkte so ansteckend." Lindsay Lohan gedachte ihrer toten Kollegin mit den Worten: "Sie war ein großes Talent und hatte ein wunderbares Herz."

"Clueless" machte sie berühmt
Murphy hatte 1995 in dem Teen-Klassiker "Clueless - Was sonst!" auf sich aufmerksam gemacht. Mit ihrer Darstellung der raffinierten Tai weckte sie in Hollywood Erwartungen. In einem Interview des Musiksenders MTV erinnerte sich Murphy 2006 an die erste große Rolle ihrer Karriere: "Ich war gerade erst 15 und hatte ziemliche Angst. Ich fühlte mich als totale Anfängerin, die den Film-Senioren zusah. Alicia (Silverstone) war diejenige, die die Brücke für mich schlug. Sie war immer sehr freundlich zu mir."

In "Durchgeknallt" stand Murphy 1999 mit Angelina Jolie und Winona Ryder vor der Kamera. In dem Thriller "Sin City" spielte sie neben Clive Owen eine Femme fatale. 2002 war die junge Schauspielerin in Eminems Kino-Hit "8 Mile" zu sehen. Auch privat wurde ihr eine Beziehung zu dem weißen Rapper nachgesagt. Im Jahr darauf war sie Ashton Kutchers junge Braut in dem Film "Just Married".

Murphy wuchs in der kleinen Industriestadt Edison (New Jersey) bei New York auf und stand schon im Alter von zwei Jahren für Werbespots vor der Kamera.

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